SUCHE 
NachrichtenFernsehenRadioInternetPolitikWirtschaftGesellschaftPädagogikJournalismusBücherFilmMusikKommentarVideos
 
Gesellschaft

"Ja zum Leben" – ein Recht für Alle

Beim "Marsch für das Leben" demonstrierten am Samstag in Berlin rund 3.000 Menschen gegen Abtreibung und Selektion von ungeborenem Leben. Die Veranstaltung stand unter dem Motto "Ja zum Leben – für ein Europa ohne Abtreibung und Euthanasie!" und wendete sich schwerpunktmäßig gegen die zunehmend gesellschaftlich akzeptierte Selektion und den Ausschluss behinderten Lebens durch Pränataldiagnostik und Präimplantationsdiagnostik.
Bild 1 von 2

"Mit dem 'Marsch für das Leben' wollen wir zeigen, dass das Recht auf Leben für jeden gilt, ohne Einschränkung, also auch für Ungeborene, Kranke und für Menschen mit Behinderung", sagte Gerhard Steier, Organisator der vom "Bundesverband Lebensrecht e.V." (BVL) initiierten Veranstaltung. "Die Selektion von ungeborenem Leben gleicht einer Form der Euthanasie."

Jedem sechsten Kind wird das Leben verwehrt

Laut Statistischem Bundesamt wurden im Jahr 2011 in Deutschland mehr als 100.000 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet. Demnach wurde jedem siebtem Kind das Leben verwehrt. Ein Schritt, der betroffenen Frauen oft schwer falle und nachträglich Schmerzen bereite. Über die Folgen und das Leid nach einer Abtreibung werde auch heute noch zu wenig aufgeklärt, betonten die Veranstalter. Deshalb fordern sie auch eine bessere, persönliche Beratung und Betreuung von Schwangeren.

Der "Marsch für das Leben" begann mit einer Kundgebung vor dem Kanzleramt in Berlin. Dort legten Betroffene sehr persönliche und bewegende Zeugnisse für das Leben ab. Die Mutter eines behinderten Kindes berichtete etwa, dass ihr Ärzte zu einer Spätabtreibung geraten hätten. Weil "jedes Kind als ein Geschenk Gottes" sei, hätte sie sich für das Kind entschieden und diesen Schritt bis heute nicht bereut.

Botschafter des Lebens

Anschließend zogen die Demonstranten vom Kanzleramt durch die Innenstadt zur St.-Hedwigs-Kirche am Bebelplatz. Dort fand ein ökumenischer Gottesdienst statt. "Wir sind Botschafter des Lebens und damit Werber für eine wirklich humane Gesellschaft", rief der BVL-Vorsitzende Martin Lohmann den Teilnehmenden zu. "Wir brauchen nicht nur ein sensibles Bewusstsein für unsere Umwelt, sondern noch viel mehr eine verantwortliche Sensibilität für die allen Menschen gegebene Menschenwürde von der Zeugung bis zum natürlichen Tod. Wir brauchen dringend die gelebte Nachhaltigkeit für das Leben."

Trotz einiger Störaktionen, die vorwiegend dem linken Milieu zuzurechnen waren, verlief die Demonstration friedlich. Lohmann sah darin ein "mutiges und ermutigendes Zeichen, dass sich immer mehr Freunde des Lebens mitten in der Hauptstadt friedvoll und deutlich zum unantastbaren Lebensrecht bekennen". Unterstützt hatte die Veranstaltung unter anderem der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium Christian Schmidt (CSU). Er erachtete den Schutz von ungeborenem Leben als Notwendigkeit: "Krankheiten und körperliche, psychische oder intellektuelle Beeinträchtigungen sind Bestandteile unseres Lebens, die wir akzeptieren müssen. Deshalb muss es auch unserem christlichen Menschenbild entsprechen, uns für einen wirksamen Schutz jeden menschlichen Lebens von seinem Beginn bis zu seinem Ende zu engagieren."

In ähnlicher Weise äußerte sich der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, der zugleich Vorsitzender des "Treffens Christlicher Lebensrecht-Gruppen" und Mitbegründer des BVL ist. Es sei "die größte gesellschaftliche Herausforderung, dass wir den Schwächsten in unserer Gesellschaft eine Stimme leihen, den gezeugten, still heranwachsenden, aber noch nicht geborenen Kindern, die – wie man früher sagte – das Licht der Welt noch nicht erblickt haben."

Der "Marsch für das Leben" findet seit einigen Jahren jährlich in Berlin und in vielen Städten der Welt wie Paris, Washington, Brüssel und Warschau statt. (pro)


VON: Magdalena Freischlad | 23.09.2012

E-Mail
Name
Kommentar
Name
E-Mail
Kommentar
 

Kommentare [5] >>>

  • Sch | 26.09.2012 12:30:10

    Ich ließe mich meinen Vorrednern an! Es kann nicht sein, dass ein schwarzes Scharf als Maßstab für die Farbqualität einer ganzen Herde herangezogen wird. Da bin ich doch bockig! Ernsthaft: Und noch so eine Sache ist es, dass man ein Konflitkfeld sofort mit anderen Konfliktfeldern zusammendenkt. Dass nervt...

  • Thomas Hartmann | 24.09.2012 15:53:54

    Es ist nicht so ganz ersichtlich, weshalb Herr Berger von der angeblichen Meinung EINES Teilnehmers der Demonstration zum Thema Todesstrafe auf die Meinung der Mehrzahl der Teilnehmer schließt. Es kommt ja auch niemand auf die Idee und folgert aus der Tatsache, dass ein homosexueller lebensfeindlicher Gegendemonstrant Beweis dafür wäre, dass alle lebensfeindlich gesinnten Gegendemonstranten homosexuell seien.

  • Jemeljan Pugatshow | 24.09.2012 11:50:48

    Nun, ich war selbst auch Teilnehmer dieses Demonstrationszuges und ich lehne die Todesstrafe ab. Was machen Sie nun daraus, Hr. Dr. Berger ? Nur weil ein Mann, der noch dazu nicht maßgeblich oder federführend ins Auge fiel, möglicherweise bestimmte Ansichten vertritt, die weder von mir noch von den meisten anderen Demonstranten unterstützt werden würden, ist die Grundforderung nach einem sorgsameren Umgang mit dem Leben ja nicht falsch. Ich verstehe Ihre Besorgnis darüber, dass man sich nicht "mit den falschen Leuten zu Bett gehen" soll. Aber, wie schon andere, wichtige Volksbewegungen und -initiativen gezeigt haben: nicht immer kann man sich seine Verbündeten so schnitzen, wie man sie haben möchte ! Soviel zum Konflikt von Wunschdenken und Realität. Da wir aber in der Realität etwas verändern wollen... Ansonsten fand ich die Gruppe, die sich da zusammenfand, nicht "seltsam", sondern "bunt" und "heterogen". Sowohl, was die Altersstruktur, als auch die sonstige Zusammensetzung angeht. So Gott will, bin ich im nächsten Jahr auch wieder dabei.

  • Dr. David Berger | 23.09.2012 17:23:37

    Wie seltsam diese Gruppe ist, die da aus ganz Europa zusammenkam, zeigt folgende Beobachtung, die ich persönlich machen konnte: Auf dem "Marsch für das Leben" marschierte neben weiteren Mitgliedern der immer wieder antisemitische und frauenfeindliche Thesen vertretenden Piusbruderschaft auch P. Franz Schmidtberger, der Chef dieser Vereinigung mit ... Schizophrener und zugleich typischer geht es nicht: er ist bekannt für seine Forderung nach Wiedereinführung der Todesstrafe (u.a. für Homosexuelle)! Diese Lebensschützer demonstrieren für das Lebensrecht, was gut wäre, wenn es für alle gelten würde. Aber schaut man genauer hin demonstrieren sie für eine Lebensrecht, bei dem sie selektiv bestimmen wollen, wer es überhaupt bekommt! Dr. David Berger

  • Heike Lohmann | 23.09.2012 16:30:24

    Sehr geehrte Frau Freischlad, im Namen meines Mannes Martin Lohmann, des gesamten Bundesverbandes Lebensrecht e.V. und sicherlich auch vieler anderer Lebensschützer möchte ich Ihnen von Herzen danken für Ihren großartigen Bericht. Mit herzlichen Grüßen Heike Lohmann

Musik

"Songtalent"-Gewinner im Interview

Christian Schellenberg hat auf dem Kirchentag in Hamburg den christlichen Musikwettbewerb "Songtalent 2013" gewonnen. Der 28-Jährige setzte sich gegen rund 250 Bewerber durch. Im Interview mit pro erzählt er, dass er ursprünglich gar nicht an dem Contest teilnehmen wollte. mehr ...

Nachrichten

Kirchentag in 3 Minuten

Mehr als 150.000 Gläubige waren vom 1. bis 5. Mai in Hamburg, um den Kirchentag mitzuerleben. Promis aus Politik, Kultur und Wirtschaft haben über aktuelle Gesellschaftsthemen diskutiert und Bibelstellen ausgelegt. pro war dabei und hat Impressionen und Stimmungen für Sie festgehalten. Erleben Sie den Kirchentag noch einmal mit, kompakt in drei Minuten. mehr ...

Internet

Top 10: Diese Politiker haben die meisten Follower

Welche Politiker sind die Stars im Netz? Dieser Frage ist das Meinungsforschungsinstitut Forsa nachgegangen. Demnach hat Angela Merkel derzeit die meisten Follower in Sozialen Netzwerken. Herausforderer Peer Steinbrück liegt auf Platz drei. mehr ...



PRO Medienmagazin PRO Kompakt PRO WerteBibliothek

© 2005–2013 | Das Christliche Medienmagazin pro ist ein Arbeitsbereich des Christlichen Medienverbunde KEP e.V. | www.kep.de