Kirchen und "Caricatura" wollen weiter über Religion reden
Die notwendigen Auseinandersetzungen über verschiedene Sichtweisen und Interpretationen künstlerischer Inhalte müssten und könnten konstruktiv und fair geführt werden, heißt es in dem Papier. "Andererseits muss aber auch im Blick bleiben, dass es Grenzen gibt, bei deren Überschreitung sich Menschen verletzt fühlen können. Diese Grenzen sind oft individuell, doch gibt es meist auch einen gesellschaftlichen Konsens", so die Erklärung weiter. Beide Seiten wollen sich weiterhin "kritisch und konstruktiv – nötigenfalls auch kontrovers – in gesellschaftliche Entwicklungsprozesse einbringen". Im nächsten Jahr wird es – unabhängig von der aktuellen Diskussion – ein Komik-Kolloquium mit einer Fachtagung zum Thema "Komik und Religion" in Kassel geben, an dem auch die "Caricatura" beteiligt ist. Die Galerie und die ACK sehen darin eine weitere Möglichkeit des "konstruktiven Dialogs".
Differenzen über die Grenze
Im Vorfeld der Erklärung gab es ein Gespräch zwischen Verantwortlichen der ACK und der "Caricatura". Barbara Heinrich, die als Stadtdekanin der evangelischen Kirche in Kassel dabei war, äußerte sich gegenüber pro zufrieden darüber: "Es war ein konstruktives Gespräch, in dem wir unsere unterschiedlichen Zugangs- und Sichtweisen deutlich gemacht haben, um uns gegenseitig zu verstehen." Der Künstler habe mit seinem Cartoon einen Witz über Jugendsprache machen wollen und sei über die Reaktion überrascht gewesen, sagte Heinrich. "Daran wird der Bedarf sichtbar, dass wir Menschen, die mit dem Glauben nicht viel zu tun haben, deutlich machen, was das für Gläubige bedeutet." Heinrich findet es deshalb wichtig, dass die Kirchen sich dazu geäußert haben. "Wir wollen zeigen, dass es Dinge gibt, die uns so wichtig sind, dass wir die öffentliche Diskussion suchen", sagte sie im Gespräch mit pro. "Wir haben jetzt an einem kritischen Punkt deutlich gemacht, wo es eine Grenze gibt von dem, was witzig ist."
Armin Noll, Sprecher der "Caricatura", sagte gegenüber pro, dass es mit den Kirchen vor allem darüber Differenzen gegeben habe, ob Satire Grenzen gesetzt werden dürfen. "Wir sagen, dass Satire keine Grenzen hat." Einig seien sie sich aber darin gewesen, dass religiöse Symbole nicht im Rahmen von Satire oder Karikaturen zerstört werden dürften. Das Kolloquium über Komik und Religion im nächsten Frühjahr bezeichnete er als "glückliche Fügung". Das sei das richtige Format, um das Thema adäquat zu diskutieren und sich fachlich damit auseinanderzusetzen. (pro)
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D. Fuchs | 25.09.2012 23:02:45
Immer wieder "religiöse Gefühle" als Totschlagargument - ob in Kassel oder Islamabad. Die Vertreter der größen Lüge der Menschheitsgeschichte sind sich da doch verblüffend ähnlich. Diese ständige Zurschaustellung einer als "Glauben" bezeichneten Ignoranz verletzt meine Gefühle zutiefst. S. hierzu auch http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-09/religion-ideologie-respekt
Melanie G. | 05.09.2012 17:22:10
Kirchen und "Caricatura" wollen weiter über Religion reden ----- Sie reden und reden- ich nenne das langsam Beschäftigung und geht an den wirklichen Notwendigkeiten-der Seelsorge vorbei. Die Krche verkündet schon lange nicht mehr das Eigentliche-das "Wort Gottes" , sondern rennt wie alle dem Zeitgeist hinterher. Schade. Bei jedem blinden Aktionismus ist sie dabei, statt sich um ihren ureigenen Autrag und ihre Bestimmung zu kümmern, darauf zu konzentrieren. Sie betreibt mehr Politik als Seelsorge. Viele Aussagen der Kirche kann man sehr in Zweifel ziehen. Z.B.- auch die Übernahme der Medizinermeinung zum Tod eines Menschen. Liebe Diener Gottes auf Erden, der Mensch ist mit dem Hirntod-besser- Hirnversagen- nicht tot.! Wer die Menschenwürde im kath. Sinn ernst nimmt, der müsste eigentlich wissen, dass sterben ein Prozess ist. Der Mensch, seine Seele nur von dieser Welt geht, jedenfalls haben sie das 2000 Jahre so gepredigt. Jetzt lassen sie die Menschen ausschlachten und predigen das als Akt der "Nächstenliebe." nicht zu fassen. Organe entnehmen in dieser Phase ist Mord. Einem toten kann man kein Organ stehlen, weil es nicht brauchbar ist. Der Mensch lebt, solange das Herz schlägt. Er wird ins Jenseits von der Medizin befördert. das ist Mord. Wie kann das die christliche Botschaft vertreten? Für mich gilt, in meinen Sterbeprozess greift niemand ein.-Niemand.!
Harry | 04.09.2012 20:19:06
Die Haltung der "Amtskiche" erschüttert mich zutiefst . Sie opfert sich jetzt dem Zeitgeist .Nur weiter so, Frau Stadtdekanin , aber ohne mich !