Bibeltreue Fast-Food-Kette in der Kritik
Das Restaurant sei kein "christliches Unternehmen", versuche aber biblische Leitlinien in ihren Geschäften umzusetzen, zitiert die Internetseite "jesus.de" Aussagen Cathys in der Baptisten-Zeitschrift "Biblical Recorder". So sind alle Filialen sonntags geschlossen, damit die Mitarbeiter die Möglichkeit haben, in die Kirche zu gehen. Ungefähr vier Milliarden Dollar erwirtschaftete die Fast-Food-Kette mit frittierten Hühnerbrüsten, Salaten und Milchshakes jährlich. Das Geschäftsmodell von "Chick-fil-A" sieht vor, keine Schulden zu machen. Das Restaurant unterstützt Gemeinden und der Unternehmenszweig "WinShape Foundation" veranstaltet im Sommer Zeltlager und Pfadfinder-Ausflüge.
"Bösartigster Gegner von Schwulenrechten"
Mit dem Radiointerview heizte Cathy die Kritik an, in dessen Zentrum sein über 1.600 Restaurants betreibendes Unternehmen schon seit einigen Monaten steht. "Chick-fil-A" sei schwulenfeindlich, lautet die Hauptanklage. Es stelle bevorzugt Verheiratete ein und entlasse Mütter, damit sie sich besser um ihre Kinder kümmern könnten. 2002 verklagte ein muslimischer Mitarbeiter das Unternehmen, weil er wegen Gebetsverweigerung entlassen worden war. "'Chick-fil-A' gehört zu den bösartigsten Gegnern von Schwulenrechten im Land", zitiert die "Financial Times Deutschland" die Organisation "Equality Matters".
Cathy verteidigte sich Anfang Juli in der "Baptist Press", nachdem er mit seiner Aussage wütende Proteste ausgelöst hatte: "Wir unterstützen die Familie – die biblische Definition der Familie. Wir sind ein Familienunternehmen, im Besitz von Familien, geführt von Familien, und wir sind noch immer mit unseren ersten Ehefrauen verheiratet. Dafür danken wir Gott." Die Bürgermeister von Boston, San Francisco und Chicago warfen dem Unternehmen anschließend "Diskriminierung" vor. Sie wollen das Unternehmen nicht oder nicht mehr in ihrer Stadt haben. Die ehemalige Mutterfirma der "Muppets", "The Jim Henson Company", beendete die jahrzehntelange Zusammenarbeit, berichtet "Financial Times Deutschland".
400.000 wollen sich am Unterstützertag beteiligen
Der ehemalige Pastor und US-amerikanische Politiker Mike Huckabee rief hingegen für Mittwoch einen landesweiten "Chick-fil-A"-Unterstützertag aus. Bei dem dafür erstellten Facebook-Event versprachen am Dienstag schon über 400.000 "User", am 1. August frittiertes Hühnchen bei dem Fast-Food-Restaurant zu essen. Auch der Pastor Billy Graham verteidigt Cathy auf seiner eigenen Internetseite. "Chick-fil-A" sei eine der "besten Firmen in den USA". Außerdem lasse er sich am Mittwoch auch ein bisschen "Chicken" nach Hause bringen. In der emotionale Debatte scheint vorerst kein Ende in Sicht. Dennoch gibt es Stimmen, die sich über darüber wundern. Einige meinen, die Werte und moralischen Vorstellungen eines Unternehmens sollten kein Grund dafür sein, bei ihm einzukaufen oder es zu unterlassen.
In der "Huffington Post" äußerte sich Ken Coleman, der Moderator der Radioshow, die den Streit ausgelöst hatte. Er kritisiert einen doppelten Toleranzbegriff. Wahre Toleranz sei, wenn man Meinungen akzeptiert und respektiert, die sich von der eigenen unterscheiden. Der Toleranz-Trend gehe aber eher so: "Entweder du stimmst mit mir überein, oder du hältst den Mund!"
Coleman hält diese Entwicklung für gefährlich. Er wünscht sich, "schmutzige Diskussionen mit einem Becher dampfenden Kaffee in der Hand" unter Menschen mit unterschiedlichen Sichtweisen. Denn "aus schmutzigen Diskussionen, werden gesunde Diskussionen" und daraus wachse Verständnis für den anderen und schließlich wahre Toleranz. (pro)
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Alfred Mignon | 07.08.2012 15:17:31
Zitat: "...die bibeltreue Fast-Food-Kette "Chick-fil-A"" - Hat man so was schon gehört ;-): In Überschrift und Teaser wird eine Bulettenbraterei für bibeltreu erklärt. Liebe Leute, "Fast-Food-Journalismus" mit knackig kurzen Schlagworten und Deutungsbegriffen in allen Ehren, die Kette an sich ist nie und wird nimmer bibeltreu. Wenn es in der Geschäftsleitung oder unter den Eigentümern solche Qualitäten geben sollte, dann ist das o.k., aber damit hat es sich auch.
Klaus-D. Endrulis | 03.08.2012 12:43:49
Großartig! Wenns die bei uns gibt, werde ich die gerne besuchen!
beobachter | 31.07.2012 17:59:58
es reicht mittlerweile offenbar aus sich für die familie auszusprechen, zu sagen was die eigene vorstellung ist, um als rassist gebranntmarkt zu werden. aso auch von treue war die rede. das sind in der tat sehr schlimme ansichten.... aber wenn jetzt schon verboten wird eine eigene meinung zu haben und das verbot mit intolleranz begründet wird wie weit sind wir dann von verhältnissen wie in der ddr oder udssr entfernt?