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Gesellschaft

Buschkowsky: Islamische Paralleljustiz ist etabliert

In Deutschland hat sich ein System islamischer Paralleljustiz etabliert. Darin waren sich Experten in Berlin am Mittwochabend einig. Der Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) berichtete bei einer Diskussionsrunde der "Friedrich-Ebert-Stiftung" von seinen Erfahrungen mit sogenannten Friedensrichtern.

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Heinz Buschkowsky sieht mitten in Deutschland das "Erstarken einer Paralleljustiz" durch islamische Friedensrichter. "Es gibt dieses System", ist er überzeugt. Am Mittwoch berichtete er im Neuköllner Theater "Heimathafen" von einer Schießerei in seinem Stadtteil. Während der Verhandlung seien alle Beteiligten plötzlich "in Amnesie verfallen". Das Verfahren endete mit einem Freispruch. Der Grund: Die Parteien hätten sich schon lange, bevor die deutsche Justiz eingriff, geeinigt.

Islamische Friedensrichter, wie diese Mediatoren auch genannt werden, arbeiten teils offen, teils verdeckt, mitten in Berlin. Sie handeln einen meist finanziellen Ausgleich zwischen den Konfliktfamilien aus, bevor eine Tat überhaupt vor Gericht verhandelt wird. Der Journalist Joachim Wagner hat dem Phänomen der islamischen Friedensrichter ein ganzes Buch gewidmet. "Richter ohne Gesetz" ist 2011 erschienen. Wagners Recherchen haben eine deutschlandweite Debatte über islamische Paralleljustiz ausgelöst.

"Laienjustiz in Tradition der Scharia"

Vor Jahren habe man ihn noch ausgelacht, als er das erste Mal über Friedensrichter gesprochen habe, erinnert sich etwa Buschkowsky. Heute beobachtet er auch den "Versuch, Psychoterror zu verbreiten". Täter oder Opfer würden durch deren Großfamilien unter Druck gesetzt, so dass sie letztendlich vor Gericht schwiegen und ebenfalls kein Verfahren möglich sei.

Es handle sich bei den Schlichtungen um ein uraltes "System des Brauchtums und der Religion", sagte Wagner am Mittwochabend. Muslimische Migranten hätten es importiert. Streitschlichter würden teilweise sogar aus der Türkei oder Schweden eingeflogen. Im Konfliktfall loteten sie aus, welche Kompromisse es geben könne. Meist folge eine Geldzahlung der einen Familie an die andere – eine "Laienjustiz" in Tradition der Scharia nennt Wagner das. Ziel der Friedensrichter sei es, die Polizei und die Gerichte völlig aus den Fällen herauszuhalten und Blutrache zu vermeiden. Um dem Phänomen entgegenzuwirken, forderte Wagner mehr politische Aufmerksamkeit, einen effektiver arbeitenden Justizapparat und einen öffentlichen Dialog über die Haltung der Muslime zur Rechtsordnung.

Neben Buschkowsky und Wagner waren allerhand Experten in den "Heimathafen" gekommen, um über "Richter ohne Gesetz" zu diskutieren. Ahmed Mery von der "Familien-Union" zum Beispiel. Die Union ist ein Zusammenschluss kurdisch-libanesischer Familien. Ihm seien nur "kleine Streitschlichtungen" bekannt, sagte er. Aus seinem Verbund wolle niemand die Justiz behindern. Oberstaatsanwalt Sjors Kamstra berichtete aus der juristischen Praxis. Schon oft habe er erlebt, dass "Beweismittel massiv beeinflusst werden". Doch er gab auch zu, dass die "Mühlen der Justiz" teilweise "zu langsam" mahlten, um die Friedensrichter an ihrer Arbeit zu hindern. Im Vorfeld eines Prozesses bliebe genug Zeit, die Beteiligten zu manipulieren.

"Die laufen hier mit Visitenkarten herum!"

Nader Khalil vom "Deutsch-Arabischen Zentrum für Bildung und Integration" warf der Justiz genau das vor: Die Glaubwürdigkeit des Systems sei gerade in arabischen Kreisen gefährdet, wenn Verfahren teilweise erst nach Jahren eröffnet würden. Friedensrichter, da ist auch er sich sicher, arbeiteten in Neukölln völlig offen: "Die laufen hier mit Visitenkarten herum!" Der Rechtsanwalt Erol Özkaraca sitzt für die SPD im Neuköllner Abgeordnetenhaus. Er berichtete davon, wie Großfamilien Anwälte unter Druck setzten, indem Dutzende Familienangehörige dessen Büro zugleich aufsuchten. "Die stehen bis in den Flur", sagte er. Özkaraca verwehrte sich gegen den Vorwurf des Rassismus: "Die Täter sind zwar alle Migranten, aber auch die Opfer sind alle Migranten." Sie gelte es zu schützen.

Zum Schluss appellierte Wagner noch einmal an die Politik: Von keiner Partei werde sein Buch so totgeschwiegen wie von der SPD. Immer wieder werde ihm Panikmache vorgeworfen. Ein Zuhörer mit Migrationshintergrund untermauerte den Ernst der Lage. Schon mit 12 Jahren habe er zum ersten Mal von Friedensrichtern gehört. "Erschreckend" sei es, dass Deutschland erst durch ein Buch darauf aufmerksam werde. (pro)


VON: aw | 08.06.2012

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Kommentare [9] >>>

  • Sandra | 14.06.2012 22:22:14

    @Holger: Das Wort Friedensrichter klingt sehr schön ist aber in Wahrheit oft das Gegenteil. Ich gebe Ihnen Recht, dass es auch korrupte oder auch fehlbare Richter gibt. 100%iges Recht gibt es nirgens. Aber es ist bekannt, dass genau mithilfe der sogenannten Friedensrichter, ich will nicht sagen in allen, aber in vielen Fällen Unrecht geschieht, indem v.a. das Opfer mit Geld erpresst und bedroht wird - von Frieden ist diese Paralleljustiz weit entfernt.

  • Holger | 13.06.2012 14:16:20

    Also mir sind islamische Friedensrichter lieber als die korrupten Richter der BRD. Diese Friedensrichter zerstören wenigstens keine Existenzen und schüren kein Hass in der Bevölkerung. Die BRD muss abgeschafft werden, nicht der Islam. Und das sage ich als Atheist.

  • Frank | 13.06.2012 12:26:29

    Die Frage nach dem wie Dumm sind unsere Politiker ist hier wider einmal beantwortet. In Deutschland haben sich durch Multi Kulti Paralelgesellschaften gebildet. Diese haben im Staa, der keiner ist Ihren eigenen Staat gegündet und Ihre eigennen Gestze eingeführt. Hier wurden und werden Sie von der Herschenden Politk unterstützt. Deutschland als nicht suoverän kann sich mit seinen Rechtsbefinden und Rechtlichen möglichkeiten dagegen nicht wehren. Die Politik wehrt sich gegen die , die es wagen die Wahrheit zu sage Deutschland schaft sich ab.

  • cmg | 13.06.2012 11:28:57

    Wer Karl May(!) liest, weiß wie es ist, Islamisten das Christentum nahezubringen. Der Koran und die Bibel sind so unterschiedlich nicht.

  • Rika | 13.06.2012 10:42:28

    Sehr geehrte Frau oder sehr geehrter Herr Schnurz, bitte erläutern Sie mir, was Ihr Kommentar mit dem oben beschriebenen Inhalt zu tun hat. Ich kann leider gar keine Verbindung feststellen. Allerdings räume ich gerne ein, dass auch dieser Kommentar mit dem Ursprungstext zunächst nicht zu tun hat. Zum Inhalt: Alle Einwohner der Bundesrepublik Deutschland sind dem Grundgesetzt verpflichtet und unterliegen dem BGB oder der Strafgerichtsbarkeit. Das gilt unterschiedslos für ALLE. Von daher ist es mir unbegreiflich, dass die öffentlichen Einrichtungen der Justiz und Verwaltung so wenig Stellung beziehen zum "Streitschlichtungssystem der Muslime" und eine eindeutige Sprache gegen dieses "alternative Rechtssystem" vermissen lassen. Wo kämen wir hin, wenn bibeltreue Christen, jüdische Orthodoxe, Anhänger Baghwans oder anderer heilsbringender Religionen ihre religiös begründete Rechtsauffassung in eigenmächtige Justiz verwandelten? Ich erinnere an den eher harmlosen Fall einer Baptistenfamilie, die aus Glaubensgründen ihre Kinder nicht mehr in die staatliche Schule schicken und sie stattdessen selber beschulen wollte. Aus ihrer religiösen Wahrnehmung der Gesellschaft hatte sie "Recht", aber dennoch das Gesetz nicht auf ihrer Seite! Gewiss lassen sich mühelos vieler solcher Fälle finden, in denen man Verständnis für das religiös begründete Rechtsempfinden einiger Mitbürger haben kann, aber daraus ableiten zu wollen, dass sich aus der Religionszugehörigkeit auch ein spezieller Rechtsanspruch ergebe, ist doch mit unserem Staats- und Demokratieverständnis und unseren immer noch geltenden Rechtssystem unvereinbar.

  • Dr. Ingo | 13.06.2012 09:36:46

    @ Dr. Warszawski: Wie können Sie eine solche Empfehlung aussprechen? Wenn ich an die vielen Säureopfer denke, die in islamischen Ländern keinerlei Recht erfahren, weil es hauptsächlich Frauen sind, kann ich darin keinen Nutzen für Opfer erkennen! Und ich warte nur auf den Tag, bis wir in Deutschland ein erstes Opfer zu beklagen haben - was Gott verhüten möge! Ihr Vorschlag entbehrt wirklich jeglicher Realität!

  • schnurz | 13.06.2012 08:19:25

    @Dr. Nathan Warszawski ja, ja, wir sollten alle die deutschen Gepflogenheiten ablegen und den türkischen Pass beantragen... Hier etwas interessantes aus dem Land der Dauerverfolgten...: Die israelische Regierung hat am Montag mit der Massenabschiebung illegaler Einwanderer aus Afrika begonnen. Einem umstrittenen "Notfallplan" folgend werden tausende Migranten, von denen die meisten aus dem Südsudan stammen, zunächst in der Stadt Eilat am Roten Meer festgehalten. Die israelische Regierung möchte durch die Aktion - DEN JÜDISCHEN CHARAKTER DES STAATES ISRAEL ERHALTEN. "Es handelt sich nur um eine kleine Gruppe von Eindringlingen", sagte Innenminister Eli Yishai. "Ich handle nicht aus Hass gegen Fremde, sondern aus Liebe zu meinem Volk, und um das Heimatland zu retten." Ziel ist es, eine geschätzte Zahl von 60.000 Afrikanern in ihre Heimatländer zurückzubringen. Also wenn dass ein Deutscher denken oder sagen würde...

  • Gast | 13.06.2012 07:54:12

    Einfach Herrlich !!! So weit seid Ihr schon,beim - sich I'slam zu integrieren. Ist aber traurig,zeit Koffer zu packen.

  • Dr. Nathan Warszawski | 11.06.2012 17:25:11

    http://www.tabularasa-jena.de/artikel/artikel_3640/ Zur Vermeidung gesellschaftlicher Spannungen dürfen in einem Rechtsstaat auf Dauer keine verschiedenen, sich widersprechenden Rechtssysteme nebeneinander existieren. Da das islamische Schlichtungsrecht dem deutschen Strafrecht moralisch überlegen ist, dem Opfer nützt, die Gesellschaft schont und den Täter von weiteren Straftaten abhält, sollte das islamische Recht zum Vorteil aller in das deutsche Recht integriert werden.

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