Deichmann: "Der Mensch ist Gottes Mitarbeiter"
Für ihn könne Ethik immer nur biblisch begründet werden, sagte Deichmann vor den Angehörigen der Studien- und Lebensgemeinschaft Tabor und Gästen. Dabei sei das christliche Menschenbild geprägt von der Geschöpflichkeit des Menschen. "Die von Gott gegebene Freiheit und die göttliche Liebe geben dem Menschen seine Würde." Daraus leite er auch die Schutzbedürftigkeit des Menschen ab. Euthanasie habe es nicht nur im Dritten Reich gegeben, sondern es gebe sie auch heute, sagte der Unternehmer im Hinblick auf zweifelhafte Auswüchse der modernen Genforschung.
Zahlreiche karitative Projekte
Das Gebot der Nächstenliebe bedinge, dass der Mensch nie als Mittel zum Zweck gesehen werden dürfe, sondern immer auch Zweck an sich sei. Das Motto des 1913 gegründeten Schuh-Unternehmens laute daher: "Das Unternehmen muss dem Menschen dienen." Die Firma Deichmann richte sich an biblischen Maßstäben aus, erklärte Deichmann, der zugab, dass die Realität aber immer hinter dem Ideal zurückbleiben müsse. "Jenseits von finanziellen Zielen, die wir natürlich auch haben", kümmere sich sein Unternehmen in besonderem Maße um Menschen in Not – sowohl innerhalb der eigenen Firma, als auch in der Welt. Der Betriebsrat verwalte etwa eine Unterstützungskasse, aus der Mitarbeitern geholfen werden kann, die nach einem Unfall oder anderen Schicksalsschlägen in Not geraten seien, so Deichmann.
Außerdem habe sich sein Unternehmen einem Verhaltenskodex verpflichtet, der Mindeststandards im sozialen Umgang, in der Sicherheit und der Umweltverträglichkeit setze und regelmäßig von unabhängigen Instituten kontrolliert werde. Die Firma "Deichmann" unterstützt mit ihrem Verein "wortundtat" verschiedene karitative Projekte, etwa Krankenhäuser oder die Erforschung von Krankheiten in Afrika. Im Dschungel von Tansania wurde 1996 eine Klinik errichtet. Weitere Hilfsprojekte gibt es in Moldawien und in Deutschland.
"Die Bibel liefert kein fertiges Modell für eine perfekte moderne Unternehmensführung", so Deichmann. Aber die zentrale Botschaft der Bibel sei die "zu einem neuen Leben verändernde Liebe Gottes". Arbeit sei nicht nur der "Fluch der Sünde" durch Adam, sondern auch ein "Schöpfungsauftrag Gottes an den Menschen", sagte der gläubige Unternehmer. Er solle die Erde bebauen und pflegen. "Der Mensch ist dazu berufen, Gottes Mitarbeiter zu sein." (pro)
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Ein Azubi | 09.09.2012 13:57:05
Ich glaube, wenn Herr DEichmann wüsste wie mit den Menschen hier (die nennt man auch "Mitarbeiter" )umgegangen wird, dann sollte er darüber nachdenken, wo Hilfprojekte besser eingesetzt werden könnten... was nutzen Krankenhäuser in Afrika, wenn hier die Mitarbeiter krank gemacht werden???????? Deichmann ist einer der schlechtesten Arbeitgeben die ich kenne ...
Klaus P. | 03.06.2012 12:30:26
In einem Fernsehbericht wurde vor kurzem auch Deichmann stark kritisiert. Es ging um hohe Schadstoffwerte, wie Chrom 4, in den Materialien aus denen auch Deichmann Schuhe gefertigt werden. Unterstützt Deichmann auch die Inhaber und deren Mitarbeiter, all der kleinen Schuhläden, die wegen Deichmann schließen mussten und in eine Lebenskrise kamen und kommen? Man muss wohl am Ende noch froh und dankbar sein, wenn man in den großen Globalplayern noch einen Arbeitsplatz findet.