Steuer für Konfessionslose: Austrittswelle eindämmen
Eine Reform-Diskussion in Gang bringen
"Ist es sinnvoll zuzuschauen, dass viele Menschen wegen der Kirchensteuer aus unserer Kirche austreten?", fragen die Unterzeichner in dem Papier. Sie möchten mit ihrem Vorschlag jeden Bürger zu einer Spende verpflichten, von der eine Kirche oder Organisation seiner Wahl profitiert. Der Bundestagsabgeordnete Gerhard Schick sieht in dem Papier noch einen anderen Zweck: "Die katholische Kirche muss sich einer Reform-Diskussion stellen", wird er auf dem Nachrichtenportal "Welt Online" zitiert. Es gehe etwa auch um die Frage der Laienbeteiligung, die Gleichberechtigung von Frauen und um einen ökumenischen Dialog mit der evangelischen Kirche.
Weil die Sonderstellung der Kirchen bei der Kirchensteuer nicht mehr akzeptiert würde, sei eine "Kulturabgabe" eine Möglichkeit, den derzeit oft schon unterfinanzierten gemeinnützigen Sektor zu stärken. Zudem hätten die Menschen damit mehr Wahlmöglichkeiten als bei der Kirchensteuer, so Schick weiter. Sowohl Kirchensteuern als auch Spenden sollten weiterhin "steuermindernd" wirken. Detailfragen müssten aber noch diskutiert werden. Der Blogger Matthias Krause kritisierte den Plan als eine "Zusatzsteuer für Konfessionslose". Man dürfe die Kirchenaustritte nicht auf dem Rücken der Konfessionslosen austragen. (pro)
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Matthias Krause | 19.05.2012 20:07:32
Bemerkenswerterweise führt eine genauere Betrachtung zu dem (sicher auch für die Autoren des Papiers) überraschenden Ergebnis, dass eine allgemeine "Kultursteuer" den Kirchen nur schanden kann, Konfessonslosenverbänden aber Millionen in die Kassen spülen würde. http://skydaddy.wordpress.com/2012/05/19/kulturabgabe-das-beste-was-konfessionslosenverbanden-passieren-konnte/
Dantalion | 19.05.2012 12:37:37
Wie unglaublich einfallsreich doch Politiker sind, wenn es darum geht, das Staatssäckchen zu füllen, erstaunt mich immer wieder. Die Steuer für Konfessionslose wird die Austritte aus der Kirche auch nicht verhindern. Wir sind keine dummen Bauern mehr, die vor Kirche, Gott und der Hölle Angst haben. Zumahl hat die Kirche in den vergangenen Jahrhunderten genug Geld gescheffelt wie z. Bsp. der Ablasshandel, um weitere Jahrhunderte damit gut auszukommen. Alles nur eine Frage des rentablen Anlegens. Aber wenn schon Konfessionslose besteuert werden sollen, wie lang wird es wohl dauern, bis auch die besteuert werden, die kein Auto haben, die keinen Hund haben und die nicht rauchen? Im Falle eines Falles, sollte die Idee doch Gesetz werden, so gehen meine "Steuern" an sinnvolle gemeinnützige Organisationen und keinesfalls an die Kirche, denn wer keine Angst vorm Teufel hat, braucht auch keinen Gott.