Christen und Muslime erleben Luther
Vom 19. bis zum 26. April waren die
ausgewählten Teilnehmer aus Ägypten, dem Libanon, dem Iran,
Saudi-Arabien, der Türkei und Deutschland durch die Republik
gereist, um "gründlicher in den Dialog einzusteigen", wie
der EKD-Auslandsbischof Martin Schindehütte am Donnerstag in Berlin
erklärte. Oft genug habe man Konferenzen erlebt, in denen zwar viel
vom Dialog der Religionen gesprochen, aber am Ende wenig hängen
geblieben sei. Nun sollte die bunt gemischte Delegation Luther in
seinem Wirken erleben.
Dazu ging es zunächst nach Nürnberg,
eine Stadt, die laut Schindehütte sowohl Zeugnis über die
Reformation gebe, als auch über die Gefahren des Nationalsozialismus.
Weiter reisten die Teilnehmer nach Halle an der Saale, Wittenberg
und Berlin. Im Rahmen der letzten Etappe traf sich die Gruppe etwa
mit der Grünen-Abgeordneten und engagierten Christin Katrin
Göring-Eckardt zum Gespräch. Es war das erste Mal, dass eine solche
Reise von der EKD initiiert wurde. Träger waren das Kirchenamt und
die Evangelische Akademie zu Berlin. Die Kosten der rund 30.000 Euro teuren
Reise trug zu einem großen Teil das Auswärtige Amt.
Gemeinsam für Frieden gebetet
Die
Tour sei auch eine geistlich-spirituelle gewesen, sagte Schindehütte
in Berlin. So hätten sich etwa spontan muslimische und christliche
Teilnehmer an einem Friedensgebet in der Marktkirche in Halle
beteiligt. Jenseits aller theologischen Fragen sei ihm klar geworden,
dass es Grundhaltungen gebe, "die uns vereinen". Die
teilnehmende libanesische Pastorin Najla Kassab sagte, dies sei
wohl der beste Weg, die Reformation zu feiern. Für sie sei die Reise
auch ein Zeichen der Hoffnung für ihre arabische Heimat. Schließlich
sei die Reformation so etwas wie der "deutsche Frühling"
gewesen, erklärte sie mit Bezug auf das arabische Pendant: die
Umstürze in ihrer Heimat.
Der Geisteswissenschaftler Fathy
Abouayana aus Ägypten hofft gar, dass irgendwann auch ein Martin
Luther in sein Land kommen wird. Anfänge einer Reformation des Islam
habe es zwar schon gegeben, sie seien aber immer wieder verebbt,
berichtete er. Schindehütte denkt bereits über weitere
Delegationsreisen nach: "Ich denke, wir haben hier ein Format
entdeckt, das wiederholt werden sollte", sagte er. (pro)
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Warum eigentlich noch heiraten?
Liebe Evangelische Kirche in
Deutschland,
natürlich werden sich evangelikale
Christen über Deine neue Orientierungshilfe zum Thema Familie
aufregen, das ist so absehbar wie die Regenbogenfahne auf dem
Christopher Street Day. Als gläubige Frischverheiratete stört mich etwas ganz anderes an der Art, wie Du Familie "neu denkst".
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