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Gesellschaft

Der Islam soll Deutschland nicht prägen

Der Islam gehört keineswegs zu Deutschland, denn er nimmt keinen Einfluss auf unsere Vorstellung von Gesellschaft, wie wir sie wollen. Das schreibt die Schriftstellerin Monika Maron in einem Essay für die Tageszeitung "Die Welt". Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff hatte 2010 mit seiner Äußerung, der Islam gehöre zu Deutschland, eine heftige Diskussion ausgelöst.
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Wulff, der von 2010 bis Anfang 2012 Bundespräsident war, sagte den denkwürdigen Satz im Rahmen der Feier zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2010 in Bremen. "Inzwischen scheint es, als hätte die stete Wiederholung dieses Satzes, der als Wulffs größtes Verdienst gilt, eine bedingungslose, gesetzeskräftige Autorität verliehen", schreibt die mehrfach ausgezeichnete Berliner Schriftstellerin Maron in ihrem Essay.

"Das Fragwürdige des Satzes liegt in seiner gleichzeitigen Eindeutigkeit und Unschärfe." Er dulde weder Widerspruch noch Nachfrage – dabei seien viele Fragen offen: Gehört mit dem Islam auch die Scharia zu Deutschland? Welche Glaubensrichtung des Islam ist gemeint? Ehe dieser Satz "so unkommentiert in den Boden des deutschen Grundgesetzes gerammt" werde, müsse er hinreichend erklärt, sollten seine Konsequenzen aufgezeigt werden, fordert Maron.

"Ich wünsche, dass der Islam nicht zu Deutschland gehört"

In ihrem Beitrag versucht sie ebendies: Der Satz meine nicht schlicht, dass es in Deutschland praktizierende Muslime gibt, sondern dass der Islam prägenden Einfluss auf die Gesellschaft habe. Doch wendet Maron ein: "Die Anwesenheit von Glaubensrichtungen oder Überzeugungen, auch das Recht, sie zu leben und zu propagieren, heißt doch nicht, dass sie zu unserer Vorstellung von der Gesellschaft gehören, in der wir leben wollen."

Dies gelte auch für den Islam in seiner derzeitigen Verfassung. Schon aus rechtlichen Gründen sei sein politischer Anspruch problematisch. Auch die Benachteiligung von Frauen im Islam sieht Maron kritisch. Erschreckend sei, wie Prediger muslimische Jungen indoktrinierten. Dem Islam stehe noch die Aufklärung bevor, die das Christentum vor 200 Jahren erdulden habe müssen. "Bis dahin aber wünsche ich innigst, dass er nicht zu Deutschland gehört."

Auch Andersgläubige sind "Deutsche"

Maron kritisierte die Parteien SPD, Grüne und FDP, die gegen die Äußerung Volker Kauders Einspruch erhoben haben. Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sagte im Vorfeld der Deutschen Islamkonferenz vergangene Woche, Muslime, die hier lebten, gehörten zwar zu Deutschland, nicht aber der Islam. Auch Maron plädierte dafür, hiesige Muslime ohne weitere Unterscheidung einfach als "Deutsche" anzusehen, wenn sie sich selbst so verstehen wollen. "Das heißt aber nicht, dass außer seinen Gläubigen auch gleich der zugewanderte Gott in das deutsche Selbstverständnis integriert werden muss."

Die 70-jährige Schriftstellerin lebte von 1951 bis 1988 in der DDR. Bekannt wurde sie durch ihren Debütroman "Flugasche" (1981), in dem sie die Umweltverschmutzung in der DDR anprangerte. Wegen seines kritischen Inhalts durfte das Buch in der DDR nicht erscheinen, fand aber mit S. Fischer einen Verlag in Westdeutschland. Maron verfasste seither mehr als zehn Romane. 1992 erhielt die Berlinerin den Kleist-Preis für den Roman "Stille Zeile Sechs" (1991). (pro)

VON: df | 24.04.2012

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Kommentare [3] >>>

  • Hartmut Elkemann-Reusch | 27.04.2012 11:09:45

    Als Christ versuche ich nach dem Gebot der Nächstenliebe zu leben. Das ist für mich sehr schwer und gelingt mir nur sehr selten. Im gleichen Maße versuche ich auch so zu leben, dass ich den Artikel 1 des GG, wo von der Würde des MENSCHEN die Rede ist, umsetze. Das ist genau so schwer. Jeden Menschen so zu akzeptieren, wie er nun mal ist, das ist für mich eine gewaltige Aufgabe! Als Bundespräsident Wulff sagte, dass der Islam zu Deutschland gehöre und den Islam mit dem Christentum und dem Judentum gleich setzte, habe ich nicht an die Scharia gedacht, sondern an Menschen islamischen Glaubens. Dass vielleicht viele Menschen so gedacht haben, zeigt, dass viele Monate vergehen mussten, bis sich kompetente Leute mit dieser Wufff-Aussage tiefer gehend beschäftigt haben. Darum, dass Herr Wulff diesen Satz gesagt hat, wird er für mich nicht zum Volksverräter. Integration war das Thema von Bundespräsident Wulff. So wie Herr Wulff hier betonte, dass der Islam zu Deutschland gehören würde, so hat Herr Wulff bei seinem Türkei-Besuch unterstrichen, dass das Christentum zur Türkei gehöre! Frau Maron hat sich in ihrem Artikel nicht gegen muslimische Menschen gewandt. Das möchte ich sehr begrüßen.

  • Lutz Ryback | 25.04.2012 13:44:04

    Liebe Frau Maron, als Sachse habe ich mich immer so bezeichnet - und nach 1989 durfte ich auch sagen "Ich bin Deutscher". Das plötzlich leicht auszusprechen, gehört zu meiner Identität, auf die ich stolz bin. Seit dem Islam-Satz von Wullf, ist er nicht mehr mein Bundespräsident gewesen und ich stimme Ihnen zu - besonders als Mann und Atheist: Der Islam darf nicht zu Deutschland gehören.

  • Martin Fiedler | 25.04.2012 10:20:58

    Der Islam gehört Nicht zu Deutschland. Nur weil der Herr Wulff und andere Volksverräter so reden ist es aber nicht. Der spychische Terror, der jetzt schon auf Kindergärten und Schulen gelegt ist, kann nicht akzeptiert werden ! Aber wem alles gleich gültig ist, wird gleichgültig. Die Moscheen sind gerappelt voll, die Kirchen leer. Es gehen mehr Leute ins Bordell als in einen Gottesdienst. Dann muß man sich nicht wundern,wenn bei Umfragen die Menschen nicht wissen, welhalb Weihnachten oder Ostern gefeiert werden.Die muslimischen Geister, die unsere " Volksvertreter " riefen, werden WIR nicht mehr los.Die allerdümmsten Kälber, suchen ihren Metzger selber. So wie den Kölner Haßprediger, der 1860,-€ monatlich vom Staat bekommt. Alte Frauen bekommen oft nur 780,€ Rente. WO SIND WIR nur hingeraten.

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