"Stephen Hawking ist unlogisch"
Es gebe überhaupt keinen Zweifel an der intellektuellen Leistung des Physikers, schreibt Lennox. Mit seinem neuen Buch nehme er jedoch als Physiker eine außergewöhnliche Herausforderung an. "Nach Hawking liefern die Gesetze der Physik die wirkliche Erklärung dafür, wie das Leben entstand, und nicht mehr Gott. Der Urknall war seiner Meinung nach eine zwangsläufige Konsequenz dieser Gesetze." Hawking schreibt in seinem Buch: "Weil es ein Gesetz der Schwerkraft gibt, kann und wird sich ein Universum selber aus dem Nichts erschaffen."
Wer erschuf die Naturgesetze?
Lennox ist überzeugt: "Unglücklicherweise ist dieses Argument Hawkings, das als so kontrovers und grundlegend gelobt wurde, kaum neu." Schon vor Jahren hätten andere Wissenschaftler eine ähnliche Aussage gemacht und behauptet, die überwältigende, hochkomplizierte Beschaffenheit der Welt könne nur erklärt werden durch die physikalischen Gesetze wie die Gravitation.
"Als Wissenschaftler und Christ würde ich sagen, dass Hawkings Behauptung fehlgeleitet ist", schreibt Lennox. "Er möchte, dass wir zwischen Gott und den Gesetzen der Physik wählen, so als würden sie in einem Gegensatz zueinander stehen." Doch anders als Hawkings behaupte, könnten die Naturgesetze niemals eine vollständige Erklärung des Universums ermöglichen, so Lennox. "Die Gesetze selbst schaffen gar nichts, sie sind nur die Beschreibung von etwas, was unter gewissen Umständen passiert."
Der Professor für Mathematik an der Universität Oxford fährt fort: "Wenn er uns dazu aufruft, uns zwischen Gott und den Gesetzen der Physik zu entscheiden, ist das so, wie wenn jemand möchte, dass man sich zwischen dem Luftfahrt-Ingenieur Sir Frank Whittle und den Gesetzen der Physik entscheiden sollte, um zu erklären, wie eine Raketendüse funktioniert. Er bringt da die Kategorien durcheinander. Die Gesetze der Physik können erklären, wie eine Flugzeugdüse funktioniert, aber jemand muss sie bauen, mit Treibstoff füllen und sie zünden. Das Flugzeug konnte nicht von selbst ohne die Gesetze der Physik erbaut werden, sondern die Entwicklung und der Bau dieser Düse bedurfte des Genies eines Mannes wie Whittle. Genauso konnten die Gesetze der Physik das Universum nicht erschaffen."
Hawkings Argumentation erscheine ihm unlogisch, wenn dieser behaupte, die Existenz von Schwerkraft zeige, dass das Universum zwangsläufig entstehen musste. "Wie soll die Schwerkraft schon vorher existiert haben? Wer hat sie dahin gebracht? Und was war die schöpferische Kraft für ihre Entstehung?"
Kein Widerspruch zwischen Glaube und Wissenschaft
Lennox kritisiert zudem, dass sich hinter Hawkings Argumenten die Idee verberge, Religion und Wissenschaft schlössen sich gegenseitig aus. "Aber da ist keine Dissonanz, stelle ich fest. Für mich als gläubigen Christen ist die Schönheit der Naturgesetze nur noch eine Bestärkung meines Glaubens an eine intelligente, göttliche Kraft. Je mehr ich Wissenschaft verstehe, umso mehr glaube ich an Gott." Dass es im 16. und 17. Jahrhundert eine Explosion der Wissenschaft gegeben habe, liege eben daran, dass die Menschen in den Naturgesetzen die göttliche Kreativität entdeckt hätten.
Hakwing wolle offenbar wie viele Religionskritiker die Meinung verbreiten, dass alle Menschen lediglich eine zufällige Ansammlung von Molekülen und das Ergebnis eines geistlosen Prozesses seien. "Wenn das stimmte, würde das die Rationalität untergraben, die man für Wissenschaft braucht. Wenn das Gehirn lediglich das Ergebnis eines zufälligen Prozesses ist, dann gibt es keinen Grund anzunehmen, dass es überhaupt die Möglichkeit hat, die Wahrheit zu finden."
Schon die Wahrscheinlichkeit, dass die Buchstaben des eigenen Namens irgendwo durch Zufall in den Sand gemalt wurden, sei so gering, dass jeder annehmen würde, sie seien von einem intelligenten Wesen dorthin gemalt worden. "Um wie viel mehr müsste es einen intelligenten Schöpfer hinter der menschlichen DNS geben, der unglaublichen biologischen Datenbank, die mehr als 3,5 Millionen Buchstaben enthält?"
Der Versuch, Gottes Existenz oder Nichtexistenz zu beweisen, gehe weit über die Möglichkeiten von Wissenschaft hinaus, so Lennox in der "Daily Mail". "Der christliche Glaube enthält den belastbaren Hinweis darauf, dass Gott vor zweitausend Jahren selbst Mensch wurde in Jesus Christus. Das ist nicht nur gut in Schriften und anderen Berichten enthalten, sondern wird von archäologischen Funden untermauert." Außerdem berichteten Millionen von Menschen von ihren Erfahrungen mit Gott, die nicht einfach ignoriert werden könnten. "Ich selbst und meine Familie können von dem konkreten Einfluss zeugen, den der Glaube auf unser Leben hatte." (pro)
Kommentare [11] >>>
Weiterführende Links zu dem Thema
- John Lennox' Antwort auf Stephen Hawking in der ["Daily Mail"]
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Freigeist1 | 07.10.2010 19:21:02
John Lennox ist ein Exote unter den Wissenschaftlern. Die Mehrzahl der Wissenschaftler glaubt nicht an den Gottes-Schwindel.
Ingo-Wolf Kittel, Augsburg | 04.10.2010 13:18:18
John Lennox sieht die Splitter im Auge von Hawking; in einer Zuschrift der PRO-Meldung zu seinem Buch hier http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft.html?&news[action]=detail&news[id]=3205 habe ich darauf auch kurz hingewiesen. In Lennox Augen sind allerdings ebenfalls Splitter zu finden und zwar nicht wenige! (Nur bei einem selbst sehen sie wie Balken aus, weil alles aus der Nähe ja größer aussieht... ) Um nur das herauszugreifen: Wenn Lennox etwa schreibt, sein "Glaube" habe "Einfluss" auf sein und anderer Leben, hat das nichts mit "Gott" zu tun, sondern ausschließlich mit ihm selbst. Es heißt nämlich (nur), dass er seine Gottesvorstellungen ernst nimmt und sich in seiner Lebensführung danach richtet. Dass er schon deswegen seinen Glauben an seine Vorstellungen auch für "richtig" halten muss, versteht sich von selbst: wer richtet sich schon nach etwas, das er für falsch hält oder gar als falsch erkannt hat?! http://www.augsburgwiki.de/index.php/AugsburgWiki/KittelIngo-WolfAlsMediziner
Ichthys | 13.09.2010 19:57:03
Manche dieser Kommentare sind absolut unbegründet, weil keine Fakten vorliegen! Wie z.B. die Meldung von "pfelomej" - hast du schon einmal die Bibel im Neuen Testament gelesen? Deine These ist völlig überflüssig. Außerdem, wie soll denn aus Materie und Energie alleine der menschliche Geist entstehen? Alle Gedanken und Gefühle wie Liebe, Trauer, Sehnsucht sind doch auf einer ganz anderen Ebene! Es müsste doch klar sein dass Information keine materielle Größe ist, wie Gedanken. So sagt es auch der amerikanische mathematiker Norbert Wiener "Information ist Information, weder Materie noch Energie".
Gloria | 08.09.2010 12:00:49
Der Mensch hat die Schwerkraft entdeckt - und Gott geschaffen. John Lennox beweist in seinem Kommentar wieder einmal, dass Glaube und Wissenschaft nicht zueinander finden können. Warum aber auch sollte jemand soetwas wünschen? Glaube ist nicht beweisbar, und muss es auch nicht sein.
Björn | 08.09.2010 11:14:14
Soso, die Schwerkraft muss also von irgndwas erschaffen worden sein...wer hat Gott erschaffen? Wer oder was hat die Macht erschaffen, die Gott erschaffen hat? Es ist unlogisch, Stephen Hawking eine unlogische Aussage zu unterstellen, wenn man die Frage selbst nicht beantworten kann. Vielleicht ist unsere Schwerkraft ja Gott.
Jean | 07.09.2010 22:10:15
Unsere Religionskonzepte existieren nicht losgelöst vom menschlichen Bewustsein. Außer in der menschlichen Gesellschaft auf dem Planeten Erde finden sich keine manifestierten Hinweise auf intelligente göttliche Schöpfungen, die wir im Stande wären als solche zu erkennen. Doch ist die Religion als Teil des Bewustseins somit auch Teil der Realität. So wie die virtuelle Realität ebenfalls einen Teil der physikalischen Realität darstellt. Fazit ohne Bewustsein keine Computer, keine Religion, keine Probleme.
Gerhard Lichtenauer | 07.09.2010 21:49:55
Zur unbewiesenen und unbeweisbaren Hypothese Hawkings, aufgrund der Existenz der Naturgesetze, wie der Schwerkraft "kann und wird sich ein Universum selber aus dem Nichts ERSCHAFFEN" hindert mich meine Denkenskraft, an diese "spontane Schaffungskraft" aus dem NICHTS und AUS SICH SELBER zu GLAUBEN. Hawkings behauptet, diesen GLAUBEN zu haben, er wird auch seine Jünger um sich scharen. Für mich ist es nachvollziehbarer und logischer, dass es hinter aller letzter Ursache eine ewige, allmächtige, intelligente Instanz gibt und geben muss, was auch von jedem denkenden Menschen aufgrund des Existierenden erkannt werden kann, wenn solche Erkenntnis nicht a priori per Grundannahme ausgeklammert wird. Ob ich aber von einem persönlichen Schöpfergott oder einer unpersönlichen "spontanen Schaffenskraft" überzeugt bin, bringt mich dieser ewigen Instanz noch nicht näher, macht sie mir noch nicht fassbarer. Die entscheidende Frage ist, ob sich diese "Instanz" für uns elektrobiochemischen Erdlinge interessiert? Und wenn ja, wie SIE, ER oder ES (vorerst unerheblich), uns zu erreichen versucht/e? Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. Gott sprach und es war da....
juehe0 | 07.09.2010 16:50:18
Hat Darwin eigentlich nicht gelebt?
Dieter Leitenberger | 07.09.2010 16:47:33
zu:"Stephen Hawking ist unlogisch" - wenn man manche Leserbrief-Zuschriften zu diesem Thema verfolgt, ist man ueberrascht, welche gravierende Unkenntnis in unserer Gesellschaft bezgl. der Botschaft des Evangeliums (nicht Religion) tatsaechlich herrscht! Trotz Literaur, Rundfunk, TV usw., wo die Oeffentlichkeit praktisch "Apostelgeschichte" in unserer Zeit weltweit mitverfolgen kann: Blinde sehen, Taube hoeren, Stumme reden, Lahme gehen, scheint man nicht wahrnehmen zu wollen, dass hier uebernatuerliche "Schoepfungs"-Ereignisse stattfinden! Bei deren Vorgaenge kann jedoch unmoeglich "Frau Evolution" mitwirken bzw. mitgewirkt haben, weil von ihr bislang, im Gegensatz zu GOTTES WORT, noch keine diesbezueglichen Regie-Anweisungen vorliegen! - So ist leider der fleischlich denkende Mensch:"Wir wollen nicht, dass dieser (Schoepfer Himmels u. der Erde) ueber uns herrche!" (Die Bibel) -
pfelomej | 07.09.2010 12:14:43
HA-HA . Logisch - unlogisch. diesen Begriff sollten Christen gar nicht benutzen. Die ganze Bibelgeschichten sind nicht nur unlogisch - die sind absolut verrückt : Gott opfert sich selbst zu sich selbst dann fliegt zu sich selbst zurück.