Studie: Wirtschaftstief folgt Glaubenskrise
Im Vergleich zu 2006 ist die Zahl
derer, für die ihr Glaube eine Toppriorität hat, um 4 Prozent
gesunken. Im Frühsommer 2007 begann die US-Immobilienkrise. 2008 war
die Zahl derer, die den Glauben als Priorität sahen, noch geringer.
Sie lag bei 9 Prozent. Für die Studie befragte das amerikanische
Meinungsforschungsunternehmen "Barna" im Januar und Februar
dieses Jahres 1.006 Erwachsene. In den USA bezeichnen sich mehr als
drei Viertel der Einwohner als Christen. Neun von zehn Amerikanern
geben an, an Gott zu glauben.
Die Forscher unterteilten die
Befragten in Gruppen. Unter Protestanten, regelmäßigen Kirchgängern
und nicht-evangelikalen wiedergeborenen Christen gaben weniger als 20
Prozent an, Glaube sei ihr wichtigster Lebensinhalt. Evangelikale
stellten dabei jedoch eine Ausnahme dar: 39 Prozent gaben an, der
Glaube habe für sie höchste Priorität. Unter Katholiken waren es
vier Prozent, unter Erwachsenen, die zu keiner Gemeinde gehörten, 2 Prozent.
Geht es den Menschen noch nicht schlecht genug?
Der Leiter der Studie, David Kinnaman, teilte mit: "Die
verbreitete Meinung besagt, dass sich die Menschen, wenn die
Wirtschaft schlechter wird, auf Grundlegendes wie Familie und Glaube
fokussieren. Die Untersuchung stellt dieses Denken in Frage, oder
aber sie sagt uns, dass die Wirtschaft noch nicht schlecht genug
lief, um eine signifikante Repriorisierung von Familie und Glaube zu
verursachen."
Kinnaman erklärte weiter, die Studie habe
gezeigt, dass "die Menschen sich im Angesicht ökonomischer
Herausforderungen nicht anderen zuwenden – etwa Familienangehörigen
oder Gott. Stattdessen fokussieren sie sich immer mehr auf sich
selbst". So ergab die Erhebung etwa, dass die Familie als
Lebensmittelpunkt seit 2006 immer unwichtiger geworden sei. Die Zahl
derer, die ihre Familie als höchste Priorität angaben, sank in den
vier Jahren von 51 auf 45 Prozent. Im Gegensatz dazu nehmen die
Amerikaner Themen wie Gesundheit, Freizeit und einen ausgewogenen
Lebensstil wichtiger: 2010 gaben 20 Prozent diese Dinge als
Lebenspriorität an – im Vergleich zu 13 Prozent im Jahr 2006. Auch
das Interesse an Wohlstand, Erfolg, Geld und Beruf ist gestiegen: von
9 auf 17 Prozent. (pro)
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Weiterführende Links zu dem Thema
- Zur Studie der [Barna-Gruppe]
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