Gesellschaft
Kinder im Fokus: Neue atheistische Kampagne
Ein neues Plakat der britischen "Humanistenvereinigung" will anmahnen, dass Kinder selber über ihren Glauben entscheiden sollten
Foto: humanism.org.uk
Entstanden sei die Idee der "Britischen Humanistischen Vereinigung" nach den "überwältigenden positiven Rückmeldungen" auf die atheistische Buskampagne, die im Januar 2009 gestartet war, teilt die Organisation auf ihrer Webseite mit. Auf dem Bus, der durch das ganze Land fuhr, war der Slogan "Es gibt wahrscheinlich keinen Gott. Hör jetzt auf, dich zu sorgen und genieße dein Leben" zu lesen. Danach hatten sich die Initiatoren entschlossen, eine ähnliche Aktion zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal durchzuführen. Das Ergebnis ist die jetzige Kampagne.
Prominente Unterstützung finden die Initiatoren in dem Biologen Richard Dawkins, Autor des Buches "Der Gotteswahn" und Vizepräsident der britischen Humanistenvereinigung. Auch die britische Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Ariane Sherine, die 2008 die Idee für die atheistische Buskampagne hatte, stellt sich hinter die Aktion. Ziel der neuen Kampagne sei es, das Bewusstsein zu schärfen, dass Kinder frei entscheiden können, an was sie glauben, so die Humanistin. Das "Aufdrücken" von religiösen Überzeugungen auf Kinder führe zu einer "sozialen Abtrennung" der Kinder, wenn sie auf religiöse Schulen gehen, oder wenn ihnen gesagt wurde, sie gehörten einer anderen, "inkompatiblen" Religion an.
Evangelische Allianz begrüßt Plakataktion
Die britische Evangelische Allianz erklärte unterdessen, sie stimme grundsätzlich mit der Überzeugung überein, dass Kinder ihren Glauben selbst auswählen dürfen sollten. Der Vorsitzende der Allianz, Justin Thacker, erklärte laut einem Bericht von "Christian Today": "Evangelikale glauben nicht, dass Gott irgendwelche Enkel hat, sondern nur Kinder. Du bist kein Christ nur weil deine Eltern Christen sind. Alle Kinder und Erwachsenen müssen sich ihre eigenen Gedanken über die Realität Gottes machen."
Nick Baines, Bischof des Londoner Bezirks Croydon, erklärte, es sei fraglich, ob Eltern ihre Kinder erziehen können, ohne sie religiös zu beeinflussen. Trotzdem hob er positiv hervor, dass sich durch die Kampagne Gesprächsmöglichkeiten ergeben könnten. "Wenn die Plakate uns auffordern, unsere Kinder so zu erziehen, dass sie intelligent über den Sinn des menschlichen Lebens und Moral nachdenken, kann ich das Ganze befürworten. Aber zu denken, dass man Kinder ganz ohne philosophischen Input ihrer Eltern, ohne Hinweise, ohne Annahmen über die Realität, ohne Prioritäten, ohne Werte, Glauben ihrer Eltern oder anderer Menschen erziehen kann, ist irrational", schreibt er in seinem Weblog. "Ich begrüße diese Plakatkampagne und hoffe, dass die Menschen ähnlich wie bei der Buskampagne darüber ins Gespräch kommen, egal welchen Schluss sie ziehen", erklärte Baines. (pro)
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bowser | 22.11.2009 19:43:32
In der Blogosphäre dazu gefunden: http://loyalbushie.wordpress.com/2009/11/22/nicht-mit-einem-etikett-versehen/