Film | 15.01.2016

adeo-Verlagsleiter Stefan Wiesner auf dem Christlichen Medienkogresses in Schwäbisch Gmünd

adeo-Verlagsleiter Stefan Wiesner auf dem Christlichen Medienkogresses in Schwäbisch Gmünd
Foto: adeo-Verlagsleiter Stefan Wiesner auf dem Christlichen Medienkogresses in Schwäbisch Gmünd

„Christliches Buchprogramm findet neben der Herrentoilette statt“

Jedes Jahr erscheinen in Deutschland 70.000 Bücher. Wie sich die 1.300 christlichen Bücher auf dem Markt durchsetzen können, darüber referierte adeo-Verlagsleiter Stefan Wiesner im Rahmen des Christlichen Medienkongresses in Schwäbisch Gmünd.

Stefan Wiesner hat im Rahmen des Christlichen Medienkongresses Gesetzmäßigkeiten vorgestellt, wie ein Buch auf jeden Fall floppen wird. Er verdeutlichte, dass Menschen auch in Büchern eine Sehnsucht nach Halt und Orientierung suchten. „Wer in der Kirche keine Antworten auf die Sinnfragen findet, sucht Antworten anderswo. In der Thalia-Buchhandlung finde das christliche Buchprogramm im dritten Stock auf einem Meter Regelwand neben der Herrentoilette statt“, verdeutlichte Wiesner.

„Lernen zu träumen“

Der Verlagsleiter stellte Leitsätze vor, die er in seiner Verlagsarbeit anwende. Er wolle sich jeden Tag 20 Minuten Zeit nehmen, darüber nachzudenken, was ihm wichtig ist. Zudem wolle er ein Fragezeichen hinter jede seiner Antworten setzen: „Es lockt mich, unbekanntes Gebiet zu betreten.“ Von Martin Luther King habe er gelernt zu träumen: „Er hatte keinen Plan, sondern Träume.“ Er selbst wolle mit seinen Ideen beweglich bleiben. „Wenn man Zweifel an seiner Idee hat, ist sie nicht gut.“

Der Verlag adeo – übersetzt: „von Gott“ – wolle Aufgaben von der Geborgenheit in Gottes Hand, von Wundergeschichten und von der Vergebung erzählen, etwa wenn christliche Eltern dem Mörder ihres Sohnes vergeben können. „Manche Dinge haben wir nicht ausgerechnet, wir haben uns einfach getraut“, sagte Wiesner. Dies habe in den vergangenen Jahren zehn der 86 Bücher auf die Spiegel-Bestsellerliste gebracht. „Mach dein Produkt mit Liebe“, sei immer sein Antrieb gewesen.

Einige gelungene Beispiele aus der Praxis brachte Alexander Thies, Geschäftsführer des Familienunternehmens NFP (Neue Film Produktion). Er hat unter anderem die Filme „Bonhoeffer“, „Luther“ und „Albert Schweitzer“ produziert und so christliche Inhalte und Werte vermittelt. „Als Filmmacher sind Sie wie Schneider, der einen Anzug schneidert, der passen muss.“

Menschen mit dem Glauben anstecken: in einfachen Worten

Anhand von Filmsequenzen aus „Bonhoeffer“ machte er deutlich, dass es für einen Christen wichtig sei, sich für andere Menschen einzusetzen und sich ihnen zuzuwenden. Der Fernsehfilm habe eine „irrsinnige“ Aufmerksamkeit gebracht, auch durch seine Mischung aus Nachvollziehbarkeit und ernstem Thema. „Nach diesem Film haben fünf Menschen angerufen, die Pastor werden wollten.“

Den Luther-Film habe er so erzählen wollen, dass man sich hineinversetzen kann. „Um erfolgreiche Filme zu haben, muss man sie erstens machen. Zweitens müssen wir sie verbreiten und die Menschen damit anstecken, dass es sich um etwas Wertvolles handelt und es mit einfachen Worten erklären werden kann.“ Für den Luther-Film habe er in Deutschland keine Finanzierungspartner gefunden. Er verwies auf viele Heldengeschichten im Stalinismus, die noch keiner erzählt hat. „Wir brauchen einen festen Glauben in uns, dass die Welt so sein kann, wie wir sie haben wollen. Wir brauchen Inhalte und Bücher, die die Menschen zum Mitmachen anregen“, forderte Thies auf. Dafür brauche es Mut und sehr viel Kraft. (pro)

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