Fernsehen | 24.03.2016

Der Pole Mateusz Kosciukiewicz spielt die Hauptrolle in dem Film "Sein Name war Franziskus", der an Ostern in der ARD ausgestrahlt wird

Der Pole Mateusz Kosciukiewicz spielt die Hauptrolle in dem Film "Sein Name war Franziskus", der an Ostern in der ARD ausgestrahlt wird
Foto: Tellux Film

ARD zeigt das Leben des Franz von Assisi

Seine Lebensweise gilt vielen als Vorbild, aber sie polarisierte die Menschen auch. Die ARD hat das Leben von Franz von Assisi verfilmt und wird es an Ostern in zwei Teilen ausstrahlen. Eine TV-Kritik von Johannes Weil

Das Verhalten von Franz von Assisi ist ein Affront gegen die Autoritäten seiner Zeit. Schon oft wurde seine Lebensgeschichte verfilmt. Trotzdem hat die ARD den Stoff im Rahmen des Zweiteilers „Sein Name war Franziskus“ noch einmal neu aufbereitet. Die Verfilmung überzeugt dabei auf ganzer Linie. Dabei hätte sein Leben ganz anders verlaufen können.

Als Sohn eines wohlhabenden Tuchhändlers kann Franziskus ein ausschweifendes Leben führen. Er genießt zudem Bildung. Als er 1202 in Kriegsgefangenschaft gerät, begegnet ihm Gott in einem Traum. Für ihn ändert sich dadurch fast alles. Gott hat in ihm einen Funken entfacht: Franziskus richtet sein Leben voll auf ihn und die Bibel aus. Er sucht die Einsamkeit und macht eine Wallfahrt nach Rom.

Aufgefordert zum Handeln

Theologisch beschäftigt ihn die Frage, was der Mensch geben kann, um seine Seele auszulösen. Gegen den Umgang der damaligen Gesellschaft mit Armut, Alten und Kranken möchte er aktiv vorgehen. Für ihn bedeutet dies, die Waren seines Vaters den Armen zu schenken, Aussätzige zu pflegen und einen barmherzigen Gott zu verkündigen. Sein Vater führt einen Prozess gegen ihn und bekommt Recht.

Franziskus bringt dies nicht aus der Ruhe. Er folgt dem Rufen Gottes und eckt damit an. Dass er dabei gesellschaftlich im Abseits steht, ficht ihn nicht an. Geld empfindet er als Last. Vor jeder Entscheidung studiert er das Evangelium: „Es zu leben ist wirkungsvoller, als davon zu reden“, bekennt Franziskus in dem Film. Mit zwölf Gefährten geht er zu Papst Innozenz II., um sich seine Lebensweise als Orden bestätigen zu lassen.

Held des Mittelalters

Der Papst erteilt ihm den Segen, in Armut zu leben und Buße zu predigen, auch weil er niemanden bedränge, überrede und die Kirche nicht öffentlich kritisiere. Für seine Anhänger, das macht der Film deutlich, wird er so etwas wie ein „Held des Mittelalters“. Doch der Ruhm gebührt aus seiner Sicht einem anderen.

Seine Zeitgenossen fragten sich: Ist Franziskus ein Narr oder hat er recht? Ist seine Einstellung Starrsinn oder ein Akt des Glaubens? Ist er Exzentriker oder Erneuerer der Kirche? Aus seinem Verständnis des Glaubens suchte er den Dialog mit den Muslimen, um Frieden zu schaffen und die Kreuzzüge zu beenden. Allergisch reagierte er darauf, wenn Menschen das Evangelium zu ihrem eigenen Vorteil auslegen. Franziskus wollte immer nur das Wort Christi leben. Das faszinierte und polarisierte. Doch in Dingen, die ihm wichtig waren, hielt er durch und war nachhaltig, auch als er immer mehr erblindete. Er kämpfte seine Themen bis zum Ende durch, getragen von Gottes Liebe. Zwei Jahre nach seinem Tod wird Franziskus heilig gesprochen. Aus seinem Wirken hat sich der heute weltweit größte Orden innerhalb der katholischen Kirche entwickelt.

Der Zweiteiler zeichnet das Bild eines unbeirrbaren Menschen. Trotz Spott und Ablehnung vertraut er darauf, dass er auf dem richtigen Weg ist, und hält durch. Sein Missionseifer, sein Eintreten für Veränderung und Erneuerung, aber auch sein Umgang mit den Schwachen in der Gesellschaft sind gegründet auf einen guten Draht zu Gott und seinem Wunsch, nach dem Evangelium zu leben.

Der Film bietet beste Unterhaltung. Selbst wer Franziskus in seinem Handeln für einen Spinner hält, darf doch beeindruckt sein von seinem Humanismus und seinem Blick für die Schwachen. Auch die Wunder, die er der Legende nach erlebt haben soll, sind gut in Szene gesetzt. Nicht nur die Inhalte seiner Texte, Gedichte und Lieder können Vorbild sein, auch sein Handeln kann zum Nachdenken anregen. Ein absolut empfehlenswerter Film: sowohl für Experten als auch für Menschen, die bisher mit Franz von Assisi noch nichts anfangen konnten.

Zur internationalen Besetzung zählt von deutscher Seite Benjamin Sadler („Krupp – Eine deutsche Familie“) als Kardinal Ugolino und Ludwig Blochberger („Das Leben der Anderen“) als Papst Innozenz III. An der Koproduktion beteiligen sich die Produktionsgesellschaften Ciao Ragazzi, RAI, Tellux Film, Beta Film sowie der Bayerische Rundfunk. Die Hauptrolle des Franziskus übernimmt der Pole Mateusz Kosciukiewicz, Teilnehmer der Nachwuchsplattform Shooting Stars auf der diesjährigen Berlinale. Der Film wird als TV-Zweiteiler am Karfreitag um 11.05 Uhr und am Ostersonntag um 12.25 Uhr im Ersten ausgestrahlt.(pro)

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