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Fernsehen

Salafist spricht bei Maischberger

Einer der bekanntesten Wortführer der Salafisten in Deutschland, Hassan Dabbagh, soll am Mittwoch in der ARD-Sendung "Menschen bei Maischberger" auftreten. Kritiker werfen dem Sender nun vor, dem Islamisten ein Forum zu bieten. Es ist nicht das erste Mal, dass Dabbagh in der ARD vor die Kameras tritt.


Er wird auch der "Imam von Sachsen" genannt – am Dienstag um 22.45 Uhr ist er zu Gast bei Sandra Maischberger. Imam Scheich Hassan Dabbagh wird gemeinsam mit dem Journalisten Michel Friedman, der Schauspielerin Renan Demirkan, der zum Islam bekehrten Moderatorin Kristiane Backer, dem katholischen "Spiegel"-Autor Matthias Matussek und dem CDU-Politiker Wolfgang Bosbach auftreten. Diskutieren werden die Gäste über das Thema: "Die Salafisten kommen: Gehört der Islam wirklich zu Deutschland?". Die Sendung bietet allerhand Zündstoff. Unterschiedlicher könnten die Diskutanten nicht sein. Demnach ist damit zu rechnen, dass sich die Gäste ordentlich streiten werden. Und schon im Vorfeld der Sendung wurde Kritik an der Einladung des Imam laut.

EZW: "Nicht aus Erfahrungen gelernt"

Friedmann Eißler, Experte für Salafismus bei der "Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen" (EZW), erklärte schriftlich, damit biete die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt einem einschlägig bekannten Kopf der Salafistenszene in Deutschland zum wiederholten Mal ein Forum. "Das Erste" habe aus Erfahrungen der Vergangenheit offenbar nicht gelernt. Dabbagh war 2006 bereits bei Sabine Christiansen und bei Maischberger zu Gast. "Wer lässt diesen Mann immer wieder ins TV?", fragte die "Bild"-Zeitung damals. "Spiegel Online" schrieb: "In deutschen Talkshows wird ein umstrittener Islam-Repräsentant herumgereicht."

Dabbagh soll unter anderem dem Salafistenprediger Pierre Vogel nahestehen. Gemeinsam mit ihm habe er Islam-Seminare organisiert, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) jüngst und nennt die Veranstaltungen einen "Schritt auf dem Weg der Radikalisierung einiger Militanter". Bekkay Harrach, ein späterer Al-Qaida-Kämpfer, der vor der Bundestagswahl 2009 Deutschland mit Attentaten drohte, habe auf den Seminaren Vorträge gehalten. Auch Eric Breininger, der sich innerhalb weniger Monate radikalisierte und sich der "Islamischen Dschihad Union" anschloss, sei als Besucher dort gewesen. 2008 ermittelte die Polizei gegen Dabbagh und andere Prediger wegen Verdachts auf Bildung einer kriminellen Vereinigung. Das Verfahren wurde eingestellt.

"Plattform für Ideologien"

Kritik kam auch vom Beauftragten der "Deutschen Evangelischen Allianz" am Sitz des Bundestages und der Bundesregierung und Geschäftsführer des Christlichen Medienverbundes KEP, Wolfgang Baake: "So wie es eigentlich zur Selbstverständlichkeit eines öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehsenders gehören sollte, dass man keine Links- und Rechtsradikalen in eine Sendung einlädt und ihnen eine Plattform für ihre Ideologien bietet, so sollte man auch den Salafisten keine Plattform bieten", teilte er mit. Diese Art der Werbung sei effektiver als die gesamte Koranverteilung der Salafisten. Baake kritisierte zudem die "Blauäugigkeit", mit der die Presseinformation für die ARD-Sendung abgefasst worden sei. So werde Dabbagh zu "einem der wichtigsten Gelehrten des Islam in Deutschland" und zu einem "muslimischen Geistlichen" gemacht. In der Ankündigung der Sendung finde sich aber kein Hinweis auf die gefährliche Ideologie Dabbaghs. Baake forderte die zuständige WDR-Intendantin Monika Piel auf, sich schnellstens mit der für den 15. Mai geplanten Sendung zu befassen und mögliche Korrekturen vorzunehmen. (pro)


VON: aw | 14.05.2012

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Kommentare [15] >>>

  • V. Schneider | 17.05.2012 10:17:15

    Hallo- wir -meine Familie und ich- verstehen nicht, wieso einem so offensichtlich von Hass erfüllten und radikal denkenden salafistischen Imam ein solches Forum geboten wird. Ebenso wenig verstehen wir, dass die von diesen Leuten ausgehende Gefahr für das Christentum nicht im Ansatz erkannt wird. Diese Entwicklung macht mir Angst... Gruß V. Schneider

  • rolfrioja (ein Atheist) | 16.05.2012 16:03:50

    Herr Matussek steht Herrn Dabbagh in nichts nach. Beide Ideologen die ihre Einstellung anderen aufzwingen wollen. Dazu noch eine durchgeknallte Kristiane Backer aus dem Wunderland, die unentwegt ihr "Märchenbuch" anreiste. Die Besten und objektivsten in der Runde waren für mich Herr Bosbach und Herr Friedmann. Warum gibt man diesen Ideologen immer wieder eine Bühne um sich zu präsentieren. Herr Matussek könnte auch mal eine TV-Diät vertragen. Es ist beschämend wie er sich benimmt und argumentiert. Jeder sollte glauben was er für richtig hält. Aber er sollte andere damit nicht belästigen. Warum muss ich unbedingt die Bibel oder den Koran lesen, um für mich diese Religionen abzulehnen? Ich muss doch auch nicht erst Kunst studieren um ein Bild von Picasso nicht gut zu finden. Oder müssen wir in Zukunft jedes Parteiprogramm lesen um bei der nächsten Wahl unser Kreuz machen zu dürfen? jede Religion bezieht sich auf den Glauben und glauben heißt nicht wissen! "Wer wenig weiß, glaubt viel. Wer nicht denkt, glaubt alles."

  • haneberg-wunder | 16.05.2012 09:55:07

    eine kurze frage: warum schmeißt man denn die islamisten nicht aus unserem land hinaus, wo es ihnen doch hier so dreckig geht? es hat noch nie ein größeres verbrechen gegen unser volk gegeben als die besetzung und landwegnahme durch die islamisten. ich bin sicher, daß wir irgendwann einen krieg der religionen bekommen werden - und keiner unserer politiker in deutschland unternimmt etwas dagegen. armes deutschland, was ist aus dir geworden?

  • Anna | 16.05.2012 08:00:52

    Eigentlich sollte auch Sabatina James (30) an der Talkshow teilnehmen. Als junges Mädchen wollte ihr Vater sie in Pakistan zwangsverheiraten. Sie flüchtete, trat vom Islam zum Christentum über. Seitdem lebt sie versteckt. Sabatina: „Am 9. Mai bekam ich die Einladung. Zwei Tage später lud man mich wieder aus.“ Warum? Ein WDR-Sprecher: „Wir haben versucht, eine inhaltlich vertretbare Sendung zu komponieren. Deshalb haben wir die Einladung an Frau James auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.“ Warum kriegen solche Menschen gehör, warum läd man so was ein???

  • Sabine Wery v. Limont | 16.05.2012 00:57:19

    Nach einem ausgeuferten Fussballspiel in der Relegation zeigte sich eine ebensolche Ausuferung beim Diskussionsthema bei Maischberger. Bei aller Toleranz stellte sich mir die Frage, wie es sein kann, dass bei der ARD,bei diesem hoch brisanten Thema Frau Bakker eingeladen wird (als konvertierte Bürgerin - in England lebend), die jede Gelegenheit nutzte ihr Buch zu bewerben und zum eigentlichen Thema, außer ideologische Allgemeinplätze zum Islam, weder intellektuell sinnvoll noch diskusionswürdig etwas beitragen konnte, eingeladen wurde. Zur wertschätzenden Ausgeglichenheit, soll es auch in der Sendung um Toleranz gehen, habe ich eine konvertierte Muslima vermisst. Zudem stellt sich mir immer wieder die Frage, wozu wiederkehrend versucht wurde unterschiedliche Religionen (also das, woran Menschen glauben (!) nicht wissen (!), als Basis von Wahrhaftigkeit und damit Grundlage angesehen wurde. Welche Religion die wertvollere ist versuchten tatsächliche Diskussionsteilnehmer uns Zuschauern verkaufen zu wollen. Sorry Frau Maischberger, aber ich empfand Sie mit dem Thema und den Teilnehmern nicht nur überfordert sondern Sie boten auch einen guten Anschauungsunterricht darüber, wie unterschiedliche Demagogen, verbal kreativ oder auch einfach infantil begrenzt versuchten den jeweils eigenen GLAUBEN als richtige Sicht zu verkaufen. Mir hätte eigentlich nur noch etwas Schlamm, ein Ring und Zuschauer mit Bengalischen Feuern gefehlt, dann hätte es das Fussballspiel getoppt.

  • Nordseebraut | 16.05.2012 00:55:42

    Ich habe die Sendung gesehen und bin entsetzt, dass man diesem Prediger H. Dabbagh so ein Forum bietet. Schon die erste Frage beantwortete er mit einer Lüge: er sagte, er wäre kein Salafist. Des Weiteren schilderte er sich als die Güte und Barmherzigkeit in Person. Den Vogel abgeschossen hat der Sender mit dem Gast Kristiane Backer. Die Frau, die noch nie durch eine überbordende Intelligenz aufgefallen ist, zeichnete ein so verklärtes Bild vom Islam, dass man dachte, sie hätte ein Märchenbuch und nicht den Koran gelesen. Als man sie fragte, warum sie 1995 zum Islam konvertiert sei, antwortete sie: weil das die einzige Religion sei, die andere Religionen anerkennt und liebevoll und tolerant mit ihnen umgeht. Scheinbaratsi die Sure 9 im Koran überlesen, die zum Mord an Andersgläubigen aufruft. Auf welchem Planeten lebt diese Frau? Herrn Bosbach hat es kaum auf dem Sitz gehalten. Übrigens wollte uns Hassan Dabbagh beibringen, dass im Islam die Frauen mehr Rechte hätten, als in jeder anderen Religion..... Das nur dazu, dass sich die Salafisten im Fernsehen selbst entblössen.... Nein, diese Leute sind geschult und verkaufen sich gut. Sie sind eine Gefahr für Junge Leute, die ihren Platz in der Gesellschaft hier noch nicht gefunden haben. Warum streicht man diesen Volksverhetzern nicht endlich die finanzielle staatliche Unterstützung und verweist sie des Landes?! Statt dessen bietet man ihnen immer wieder ein Forum vor Millionen von Menschen.

  • Adelheid | 16.05.2012 00:40:14

    Die Maischberger ist von allen guten Geistern verlassen. Sobald nur ein Teilnehmer der Talkshow darauf verweist, dass es in muslimischen Ländern keine Reliigionsfreiheit für Nicht-Muslime gibt, verbietet sie ihm das Wort. Der Salafist in der Faschingskutte hat Narrenfreiheit, schneidet jedem Redner der nicht seiner Meinung ist das Wort ab und wir müssen das im öffentlich-rechtlichen Fernsehen auch noch über uns ergehen lassen. Pfui Teufel.

  • Christa Wittmann | 15.05.2012 23:56:58

    Ich finde es unerhört, dass Herr Matussek in der Sendung als alleiniger Vertreter der Katholischen Religion auftritt. Er spricht in einer polemisierenden Art und Weise, dass er damit den ganzen Katholizismus in Misskredit bringt. Dieses Zerr-Bild von katholischen Kirche und Christentum wird dann als repräsentativ gesehen. Damit wird weder dem Islam noch dem Christentum und schon gar nicht einem Dialog der Weltreligionen gedient.

  • Hepting Paul | 15.05.2012 23:50:07

    Warum wird nicht öffentlich in der Runde die menschenverachtenden Praktiken der Muslime, wie die Unterdrückung der Frauen und Schächtung von Tieren (also Tierquälerei) mal aufgezeigt und angeprangert werden. Genauso wie die Christenverfolgung in moslemischen Ländern.!!!!!

  • Amica | 15.05.2012 17:29:11

    Man muss den Salafisten die Maske vom Gesicht nehmen. Der Skandal an dieser Sendung ist, dass Sabatina James, die vom Islam zum Christentum konvertierte, ausgeladen wurde und stattdessen eine zum Islam konvertierte frühere Christin jetzt dabei ist. Das soll wohl das schöne Bild des Islam malen. Sabatina James wäre mit ihrer Lebensgeschichte, die aus islamistischer Todesdrohungen bis heute besteht, entlarvt worden !

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