Kampf der Hormone bei Maischberger
Wirklich ungemütlich wurde es am
Dienstag im "Maischberger"-Studio, als der Katholik Matussek den Juden
Friedman als "Schmierenkomödianten" bezeichnete. Obwohl
dieser Angriff rein gar nichts mit dem Thema der Sendung "Die
Salafisten kommen" zu tun hatte, steht er stellvertretend für
das, was sich ab 23.15 Uhr in der ARD abspielte. Hier griff einer den
anderen an oder – noch besser – versuchte, ihn zu bekehren.
Sandra Maischberger tat ihr Bestes, der Situation Herr (oder Frau) zu werden,
doch sowohl Friedman als auch Matussek und Dabbagh sind bekannt
dafür, einmal in Fahrt, kaum mehr zu stoppen zu sein. So kam es,
dass die Gäste die meiste Zeit wild durcheinander quasselten. Eine
konstruktive Debatte sieht anders aus.
Neben den genannten
waren die Schauspielerin Renan Demirkan, die zum Islam bekehrte
Moderatorin Kristiane Backer und der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach
eingeladen. Letzter konnte einem fast leid tun, schien er doch der Einzige zu sein, der tatsächlich über die politische Dimension der
jüngsten Angriffe von Salafisten auf Polizisten zu sprechen
versuchte. "Ich beurteile den Islam danach, wie er sich anderen
gegenüber verhält, wenn er in der Mehrheit ist", sagte er mit
Verweis auf den Mangel an Religionsfreiheit in Saudi-Arabien in
Richtung Dabbagh. Dieser hatte zuvor erklärt: "Wir sind gegen
jede Art von Gewalt." Der Begriff Salafismus werde benutzt, um
ein Feindbild zu kreieren und den Islam an sich in die Ecke zu
drängen.
Backer gab sich unterdessen selig lächelnd und ganz
von ihrem Glauben erfüllt. Natürlich verletzten
Mohammed-Karikaturen auch sie, der Staat müsse Muslime vor diesen
Beleidigungen schützen. Ihrer Meinung nach passt der Koran
"hundertprozentig" zum Grundgesetz, "sonst wäre ich
nicht Muslim geworden", sagte Backer.
Friedman:
"Geistige Brandstifter" und "Menschenfresser"
Während
Demirkan sich einen persönlichen Kleinkrieg mit Matussek lieferte,
griff Friedman den Salafismus scharf an: "Geistige
Brandstiftung" finde in den Moscheen statt, diese Ausrichtung des
Islam beleidige junge Menschen in ihrer Intelligenz, die Salafisten
seien eine "Menschenfresserorganisation". Der zugeschaltete
Vorsitzende des "Zentralrats der Muslime in Deutschland",
Aiman Mazyek, erklärte, die Salafisten spielten im Grunde eine
kleine Rolle im Spektrum des Islam, würden derzeit aber "medial
gehypt".
Matussek vermisste neben der zum Islam bekehrten
Christin Backer eine zum Christentum konvertierte Muslima und
spielte damit auf die Ausladung der Konvertitin Sabatina James aus
der Sendung an. Wie pro erfuhr, sollte die seit ihrer Bekehrung in
Verfolgung lebende Frau ursprünglich mit am Tisch sitzen.
Maischberger erklärte auf Matusseks Einwurf hin, James' Erscheinen
"hätte den Rahmen der Sendung gesprengt", man wolle sie
aber zu einer Debatte mit dem Thema Konversion einladen.
Kritik
an Einladung eines Salafisten
Bereits im Vorfeld der
Sendung war Kritik laut geworden, weil die Redaktion den umstrittenen
Salafisten Dabbagh eingeladen hatte. Friedmann Eißler, Experte für
Salafismus bei der "Evangelischen Zentralstelle für
Weltanschauungsfragen" (EZW), erklärte schriftlich, damit biete
die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt einem einschlägig bekannten
Kopf der Salafistenszene in Deutschland ein Forum. Der
Geschäftsführer des Christlichen Medienverbundes KEP und Beauftragter der "Deutschen Evangelischen Allianz" am Sitz des Bundestages und der Bundesregierung, Wolfgang
Baake, sagte: "So wie es eigentlich zur Selbstverständlichkeit
eines öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehsenders gehören
sollte, dass man keine Links- und Rechtsradikalen in eine Sendung
einlädt und ihnen eine Plattform für ihre Ideologien bietet, so
sollte man auch den Salafisten keine Plattform bieten."
Neben
aller möglichen Fehlentscheidungen bei der Besetzung des Podiums war
die Anwesenheit von Bosbach in jedem Fall ein Gewinn. Zeitweise
schien es, als könne er als einziger einen klaren Kopf bewahren und
deutliche Kritik formulieren: In den Moscheen der Salafisten werde
ein anderer Islam gepredigt als Dabbagh dem Publikum weismachen
wolle, sagte er, und weiter: In Deutschland werde mittlerweile der
Eindruck erweckt, der Islam sei die am meisten verfolgte Religion
weltweit. Diese Wahrnehmung sei falsch, sagte Bosbach: "Es ist
das Christentum." (pro)
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Weiterführende Links zu dem Thema
- Salafist spricht bei Maischberger [pro]
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Armin Apfel | 17.05.2012 18:42:06
Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe die Sendung gesehen. Die Darstellung des islamischen Vertreters der Islam ist aus dem Geist der Bibel entstanden ist interessant. Der Vertreter des Islam vergisst, dass das Christentum vor dem Islam entstanden ist und eigentlich der Eindruck entstanden ist, dass der Islam der Gegensatz zum Christentum ist. Jesus Christus ist Gottes Sohn und hat die Liebe und den Frieden auf die Welt gebracht. Er hat auch gesagt: Ihr sollt keine fremden Götter neben mir haben. Der Islam ist dogmatisch gesehen der falsche Glaube wahrscheinlich hat der Widersacher Interesse daran gehabt eine neue Religion im 7 oder 8 Jahrhundert zu begründen. Der Islam ist die Religion des Widersachers. Allerdings kommen die Menschen die in dieser Religion zu Gott beten zu Jesus Christus, weil sie an Gott glauben. Erbitte um Ihre Rückmail wie Sie das sehen. Mit freundlichen Grüßen Ihr Armin Apfel
Johannes Becher | 17.05.2012 14:01:23
DAS ERSTE bietet einem salafistischen Hassprediger eine Plattform, entgegen der erklärten und notwendigen Absicht der Öffentlich-Rechtlichen, keine Radikalen zuzulassen.
Norbert Schulz | 17.05.2012 10:32:46
Die Ausladung der Konvertitin Sabarina James ist eine Beleidigung aller jener Christen,die aus eigener Erfahrung den wahren Islam kennen und darüber aufklären wollen.Der WDR hat hier Pressezensur gegen die Wahrheit betrieben und die Verantwortlichen sollten sofort selbst gehen oder entlassen werden.
Jankele | 16.05.2012 23:51:38
Der Auftritt, bzw. die Selbstinszenierung des Herrn Matussek war an Impertinenz kaum zu überbieten. Er unterbrach andere Diskutanten, verteilte Beleidigungen nach allen Seiten und musste von Frau Maischberger mehrfach erfolglos um einen gewissen Stil und um Umgangsformen gebeten werden. Sein Angriff auf Friedman, den er auch noch als "Balla balla" bezeichnete, war unterirdisch. Wenn er die Rolle eines Vertreters der christlichen Religion übernehmen sollte, hat er -wie schon oft - dem christlichen Glauben einnen Bärendienst erwiesen.
Hans N. | 16.05.2012 22:28:17
Mein Fazit zu dieser Sendung: Der Imam Dabbagh hatte eine Plattform und nutzte sie überzeugend, seine Verlogenheit zu demonstrieren. Diesen Menschen möchte ich mir in Zukunft ersparen. Der Katholik Matussek unterstrich überzeugend, dass er sehr wohl auf der selben Seite der Münze zu sehen ist, auch er ein Eiferer, der die einzig selig machende Wahrheit zu kennen vorgibt. Auch ihn ertrage ich nicht mehr. Die Konvertitin Backer macht augenfällig, dass Glaubenkönnen eine eindimensionale Denkweise voraussetzt. Ich bin grenzenlos dankbar, in einer aufgeklärten Gesellschaft leben zu dürfen. Und sehe mich bestätigt: Halte dich an Menschen, welche die Wahrheit suchen, aber nimm dich in Acht vor jenen, die sie gefunden zu haben glauben...