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Fernsehen

ZDF-Fernsehrat kritisiert "Frontal 21"-Beitrag

Der Fernsehrat des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) hat in seiner Sitzung am Freitag Teile der umstrittenen Reportage "Sterben für Jesus - Missionieren als Abenteuer" kritisiert. Die Abmoderation sei "misslungen", sagte der Vorsitzende des Kontrollorgans des Mainzer Senders, der CDU-Politiker Ruprecht Polenz.
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Aufgrund des Beitrages, der am 4. August in der ZDF-Sendung "Frontal 21" ausgestrahlt wurde, waren zahlreiche Programmbeschwerden beim ZDF-Fernsehrat eingegangen. Zudem ermittelt die Staatswanwaltschaft Mainz gegen die verantwortlichen Reporter wegen des Verdachts der Volksverhetzung.

In seiner Sitzung an diesem Freitag befasste sich der ZDF-Fernsehrat mit dem Beitrag. Der Vorsitzende des Kontrollgremiums des Senders, Polenz, kritisierte insbesondere die Abmoderation als "misslungen". Die Moderatorin der Sendung, Hilke Petersen, hatte darin Christen mit Islamisten verglichen: "Bereit sein, für Gott zu sterben: Das klingt vertraut – bei islamischen Fundamentalisten. Doch auch für radikale Christen scheint das zu gelten."

"Kirchenredaktion nicht mit einbezogen"

Wie Polenz laut der Deutschen Presseagentur (dpa) weiter sagte, habe so der Eindruck entstehen können, dass christliche Märtyrer mit islamistischen Selbstmordattentätern gleichgesetzt würden. Bei der Produktion des Beitrags sei zudem nicht die Kirchenredaktion miteinbezogen worden. Dies wäre laut dem ZDF-Fernsehratsvorsitzenden jedoch für Folge-Beiträge zum Thema Missionare wünschenswert.

EKD-Vertreter im Fernsehrat begrüßen Stellungnahme


Laut einem Bericht des Evangelischen Pressedienstes (epd) begrüßte Marlehn Thieme, die dem Gremium als Vertreterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angehört, die Stellungnahme. "Damit können wir gut leben", sagte sie dem epd. Die Kritik an dem Bericht sei bei der Diskussion im Fernsehrat einhellig geteilt worden. "Wir können 'Frontal 21' nicht in Bausch und Bogen verurteilen", ergänzte der zweite der EKD-Vertreter im Fernsehrat, Kirchenamtspräsident Hermann Barth. Bei dem in dem Magazinbeitrag kritisierten Verband "Jugend mit einer Mission" handele es sich um eine "problematische Organisation". In Berichten über evangelikale Bewegungen müsse aber sehr genau differenziert werden.

Der Rat der EKD hatte den ZDF-Beitrag Anfang September in einer "Erklärung zur Diffamierung evangelikaler Christen" deutlich kritisiert. Dieser sei ein besonders markantes Beispiel für eine mediale Berichterstattung, "die notwendige Unterscheidungen vermissen lässt und sich fragwürdiger journalistischer Mittel bedient", so der EKD-Rat. Eine solche Art von Journalismus werde den Anforderungen an eine solide Recherche nicht gerecht. Das ZDF habe den Anspruch, Qualitätsfernsehen zu sein, der Beitrag in "Frontal 21" vom 4. August habe diesem Anspruch in keiner Weise genügt. (PRO)

VON: AD | 23.10.2009

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Kommentare [2] >>>

  • js176806 | 27.10.2009 08:11:34

    Warum sollen ausgerechnet die Öffentlich-Rechtlichen Medien seriöser als Private sein? Es ist doch gerade die Verwobenheit mit der Politik, die dies unmöglich macht. Kurt Beck bekam für die Ausrichtung seiner Geburtstagsfeier vom ZDF, also von GEZ-Gebühren, 40.000 EURO geschenkt. Eigentlich ein Skandal. Interessiert hat es niemanden. Es besteht ein gegenseitiges Abhängigkeitsverhältnis. So wird auch in vielen Sendungen unterschwellig Politik gemacht oder für politische Programme geworben. Sendung wie der Tatort sind längst zur Volkspädagogik verkommen. Selbst wenn der Bürger zu Hause keinen Fernseher hat und somit keine Gebühren zu entrichten hätte, wird er ständig von der GEZ traktiert, die ihn belehrt, dass er kriminell ist, da er mit Sicherheit einen Fernseher zu Hause versteckt.

  • Manfred Fiolka | 26.10.2009 01:35:22

    Der Schaden liegt nicht nur in einer mißglückten Abmoderation, sondern im Konzept der angeblich kritischen Sendung. Das ZDF, besonders Frontal 21, ist der Glaubwürdigkeitsfalle erlegen. Was berichtet oder behauptet wird braucht nicht der Wahrheit oder Realität verpflichtet zu sein. Es muss lediglich glaubhaft sein. Damit sind allen Täuschungen, Ideologieen und tendeziösen Meinungen Tor und Tür geöffnet. Hinzu kommt der Zeitdruck und die zu produzierende Quantität an Sendungen. Auf der Strecke bleiben Wahrheit und Qualität. Das aber ist eines öffentlich, rechtlichen Senders nicht würdig. Dies gilt, nach meiner Beobachtung und dm gespräch mit Freunden, nicht nur für die Sendung vom 4.August, sondern auch für viele Sendungen aus dem sekularen Bereich. Fazit: "Frontal 21 oder auch Panorama schauen ist Zeitverschwendung. Ich lese lieber ein gutes Buch oder eine, mir aufrichtig erscheinende, Recherche."

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