Samuel Koch veröffentlicht "Mutmacher"
Mit seinem Buch wagt Samuel Koch einen
Rundumschlag. Er will all jene bisher ungeklärten
Journalisten-Fragen beantworten, um nun endlich "auch mal
durchzuatmen", wie er am Montag bei der Vorstellung von "Samuel
Koch – Zwei Leben" sagte. Von der erhofften Ruhe war zumindest
bei dieser Veranstaltung wenig zu spüren. Noch immer bewegt das
Schicksal des 2010 verunglückten Sportlers die Menschen. "Es
ist nicht alles Gold", sagte er mit dünner Stimme über seinen
Zustand. Und ja, es gehe ihm auch oft "Kacke". Noch immer
habe er sich nicht vollständig an den Rollstuhl gewöhnt, er befinde
sich noch in einer "Art Selbstfindung".
Vorwürfe?
Zu keinem Zeitpunkt!
Sein Glaube an Gott sei durch den
Unfall "ganz schön durchgerüttelt worden", letztendlich
aber intensiver geworden. In seinem Buch beschreibt Koch, dass er in
den ersten Stunden nach dem Unfall noch Gefühl im Körper gehabt
habe. Eine Quetschung des Rückenmarks nach einer Blutung hatte die
Lähmung verursacht. Den Ärzten habe er zu keinem Zeitpunkt Vorwürfe
gemacht, sagte er in Berlin: "Das ändert nicht die
Ist-Situation."
Sein Buch soll nun ein "Mutmacher"
sein. Er wolle seine Hoffnung und seinen Glauben mit Menschen teilen,
die die Bibel sonst nie aufschlagen würden. Dass der
Schicksalsschlag Gottes Wille gewesen sein könnte, will er nicht
glauben. Stattdessen wisse er aber ganz sicher, dass Gott auch auf
krummen Wegen mit ihm gerade gehen könne. Gegen die Tiefs, die er
nach wie vor erlebe, helfe ihm sein Glaube, aber auch Ablenkung. So
habe er es etwa genossen, als er im März mit Freunden im
Ägypten-Urlaub war und diese sogar mitten in der Nacht mit ihm an
den Strand gefahren seien, wenn er es nicht mehr ausgehalten habe, an
die Decke zu starren und nichts zu tun.
Nützlich sein
hilft gegen Sinnlosigkeit
Obwohl sich Koch nun ins
Privatleben zurückziehen will, möchte er nach wie vor bei
Rollstuhlevents oder Gottesdiensten sprechen. "Wenn ich nützlich
sein kann, werde ich das weiterhin machen", sagte er. Das nehme
dem Unfall ein wenig von seiner Sinnlosigkeit.
In seinem Buch
"Samuel Koch – Zwei Leben" beschreibt der Student und
Christ seine Biografie bis zum Unfall in der "Wetten,
dass?"-Sendung vom Dezember 2010, seinen langwierigen
Heilungsprozess und seinen Umgang mit einem völlig neuen Alltag.
Koch hat es mit Hilfe des Journalisten Christoph Fasel verfasst. In
der aktuellen Ausgabe des Christlichen Medienmagazins pro, die
ebenfalls am Montag erschienen ist, lesen Sie Auszüge aus dem Buch.
Außerdem hat pro Samuel Koch in seiner neuen Wohnung in Hannover
besucht und mit ihm über die Entstehung von "Zwei Leben"
gesprochen.
Sowohl Fasel als auch Thomas Gottschalk, der das
Vorwort zu Kochs Buch geschrieben hat, begleiteten den 24-Jährigen
bei der Presseonferenz in Berlin. Zu Letzterem habe er eine
"tiefgründigere Beziehung aufgebaut, als gedacht", sagte
Koch. Gottschalk erklärte, er habe die Entscheidung, nach dem Unfall
seine Moderation von "Wetten, dass..?" zu beenden, nie
bereut. Samuel Koch sei für ihn eine Art "Wake-up-call".
Autor Fasel sagte, er habe, seit er Samuel kenne, erst festgestellt,
wie wenig Probleme er selbst überhaupt habe.
Gott fürchten
gelernt
Samuel Kochs Glaube an Gott war auch Thema der
Sendung "Günther Jauch" am Sonntag. Zu Gast waren neben
Samuel Koch, seinem Vater Christoph und seiner Schwester Rebecca auch
der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses
Nikolaus Schneider. Knapp fünf Millionen Zuschauer schalteten ein.
Sein Unfall habe ihn in seinem Christ-Sein ins Wanken gebracht, "aber
nicht gestürzt", sagte Koch dort. Schneider erinnerte sich in
der Sendung an den Tod seiner Tochter Meike, die 2005 an Leukämie
starb. Damals habe er Gott "fürchten" gelernt, sich aber
dennoch gehalten gefühlt. "Auch in schlechten Situationen kann
er da sein", sagte er zu Samuel. (pro)
Bestellen Sie
die kostenlose Ausgabe des Christlichen Medienmagazins pro
telefonisch unter Telefon 06441-915 151 oder per Email an
info@kep.de.
Samuel Koch. Christoph Fasel, Samuel Koch –
Zwei Leben, 208 Seiten, 17,99 Euro, Adeo, ISBN: 9783942208536
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Elisabeth Rötzer | 29.04.2012 19:00:13
Ich wünsche Samuel Koch, dass Gott ein Wunder geschehen lässt und er wieder gehen kann. Bin selbst gläubig und bete für ihn.