Mit Kindern
die Weltreligionen entdecken
Es gehe darum, Neugier füreinander zu entwickeln, Vorbehalte zu überwinden und gemeinsame Erfahrungen zu sammeln, heißt es im Vorwort des 130 Seiten starken Materialhefts. Eltern und Erzieherinnen müssten heute mehr denn je für eine wertebezogene Erziehung mit verlässlichen Regeln Sorge tragen. Bei dem Heft handele es sich um eine reflektierte Sammlung von Ideen, die von den Erzieherinnen und Erziehern selbständig und kreativ weiter entwickelt werden könne.
Vom Umgang mit Speisevorschriften
Zunächst bekommt der Leser eine kurze Einführung in die Religionen Islam, Judentum und Christentum mit dem notwendigen Hintergrundwissen. Die nächsten Kapitel zeigen Möglichkeiten zum Umgang mit der Vielfalt der Religionen und den Speisevorschriften in Tageseinrichtungen für Kinder auf. Im Kapitel Erfahrungsfelder geht es nicht nur darum, aufzuzeigen, wie sich Räume gemeinsam gestalten lassen, sondern auch darum, den Glauben zu leben, indem man etwa mit kleinen Kindern betet. Außerdem gibt es Berichte aus einzelnen Gemeinden und Einrichtungen, die bereits interreligiös arbeiten.
Im Erfahrungsfeld "Religiöses Brauchtum" präsentieren die Autoren Rezepte, Spiele, Geschichten und Bastelanleitungen aus den drei Religionen. Auch das Thema Trauer und wie Kinder mit dem Tod umgehen (können) wird behandelt. Wer sich mit den einzelnen Themen tiefergehend beschäftigen möchte, erhält am Ende eines jeden Kapitels weitere Literaturhinweise.
Zumutung oder Herausforderung der Zukunft?
Ob eine (inter-)religiöse Erziheung eine pädagogische Zumutung ist oder ob darin eine der Herausforderungen der Zukunft besteht, darum geht es ausführlich im dritten Teil des Heftes, in dem unterschiedliche Wissenschaftler und Pädagogen zu Wort kommen. In ihren Beiträgen erläutern sie die Bildungsziele und eine Erziehung aus Sicht der Religion. Zudem werden Aspekte interkultureller und interreligiöser Elternarbeit aufgezeigt.
Das Materialheft ist kein Lesebuch im eigentlichen Sinne und spricht eindeutig die Zielgruppe der Pädagogen und Fachkräfte an, behandelt aber zugleich ein Thema, das in vielen Großstädten bereits Realität ist oder immer stärker in den Fokus rückt. Das Projekt wird aufgrund eines Bundestags-Beschlusses vom Bundesinnenministerium gefördert. (pro)
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sanktmax | 27.02.2012 01:17:23
Ich mach mal ne Wette, dass mehr Zeugen Jehovas als Juden in den Kitas rumlaufen. Die Auswahl der Religionen ist daher politisch durchsichtig. Außerdem fehlt natürlich das Thema, wie man mit den 40 Prozent Ungläubigen umgehen soll, aber denen gegenüber ist wohl keine Toleranz erforderlich. So stell ich mir Erziheung (sic!) vor. Einfach nur peinlich.
Desperadox | 22.02.2012 00:07:25
Mit welchem Recht treibt der Staat unsere Kinder in die Hände des Aberglaubens ? Das ist gegen das GG !