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Seitenwechsel: Hamas-Anhänger wird Christ

Ausgerechnet der Sohn des Hamas-Gründers arbeitete zehn Jahre für den israelischen Geheimdienst. Doch nicht nur das: Nun hat Mosab Hassan Jussef, der vor einigen Jahren Christ wurde, Allah als "größten Terroristen" bezeichnet. Er rechnet mit seiner früheren Religion ab und nennt die radikal-islamische Organisation seines Vaters "mittelalterlich".
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Der 32-jährige Jussef ist der Sohn von Scheich Hassan Jussef, einem der Begründer der Hamas im Westjordanland. Der Palästinenser hatte erst vor Kurzem gestanden, rund zehn Jahre für den israelischen Inlandsgeheimdienst Schabak gearbeitet zu haben.

Am Mittwoch kritisierte er den Islam und die Hamas in einem Interview mit der Nachrichtenagentur "Associated Press" (AP). Die Hamas, die das Ende des israelischen Staates herbeiführen und einen islamischen Gottesstaat errichten will, lebe "im Mittelalter", so Jussef.

Den Gott des Islam bezeichnete er als "größten Terroristen". Der Islam sei keine friedliche Religion. "Ich weiß, das ist sehr gefährlich und wird viele Menschen beleidigen. Aber je mehr du den Schritten des Propheten des Islam und dem Gott des Islam folgst, je mehr gelangst du dahin, ein Terrorist zu werden", so Jussef, der vor einigen Jahren zum Christentum konvertierte.

Er ist sich der möglichen Gefahr bewusst, der er sich durch solche Aussagen aussetzt. "Um ehrlich zu sein, getötet zu werden, ist nicht das Schlimmste, was einem passieren kann", so Jussef. Er lebt in San Diego und geht in eine evangelikale Gemeinde.

In einem Interview mit "FOX News" kritisierte Jussef bereits vor einem Jahr, dass strenge Moslems allzu brisante öffentliche Diskussionen zum Islam verhindern wollten. "Aber heutzutage haben die Menschen Medien. Sie können sehr einfach an Informationen herankommen und sich Wissen aneignen und mehr über den Islam sowie andere Religionen zu erfahren." Deswegen ist Jussef davon überzeugt, dass sich die muslimische und arabische Welt in den kommenden 25 Jahren "drastisch verändern" wird.

Jussef meint, dass 95 Prozent der Moslems weltweit die eigene Religion nicht wirklich verstanden hätten. "Sie verlassen sich bloß auf religiöse Menschen, um etwas über ihre Religion zu erfahren." Er selbst habe früher nur das über das Christentum gewusst, was man ihm aus der Perspektive des Islam beigebracht hatte. Und das habe beinhaltet: "Nichts ist wahr am Christentum." Weiter sagt Jussef: "Als ich die Bibel selbst aufmerksam las, wurde mir klar, dass sie das Buch Gottes ist und sein Wort, das wahr ist. Ich sah die Dinge auf einmal mit anderen Augen, und es war nicht leicht zu sagen, der Islam ist falsch." Auch für den Nahostkonflikt macht er den Islam schuldig: "Das Problem ist nicht die Hamas, und es sind nicht die Menschen. Die Wurzel des Problems ist der Islam und seine Idee." Er wünscht sich, dass die Moslems weltweit offener werden, was ihre Religion angeht. "Sie sollten ihre Augen öffnen, ihren Geist, und beginnen zu verstehen, dass sie nicht für eine muslimische Familie geboren wurden. Sie sollten ihren Verstand benutzen."

"Koran für Ausstoß aus Familie verantwortlich"

Der Palästinenser war am Montag von seinem Vater, einem Hamas-Mitbegründer im Westjordanland, öffentlich verstoßen worden, nachdem er seine Tätigkeit für den Schabak bekannt gegeben hatte. Gegenüber AP sagte Jussef, er nehme diesen Schritt nicht persönlich. "Ich kenne sein Herz. Mein Vater ist eine liebende Person. Er würde mich nie verstoßen. Irgendwann werden wir wieder zusammen sein. Ich liebe meinen Vater und er liebt mich", sagte Jussef weiter. Er machte den Koran für die Entscheidung seines Vaters verantwortlich.

Der Palästinenser hatte sich nach eigenen Angaben zu einer Zusammenarbeit mit dem Schabak und zu einer Bekehrung zum Christentum nach einer Haftstrafe in einem israelischen Gefängnis entschlossen. Dort sei er Zeuge äußerster Brutalität von Hamas-Mitgliedern gegen eigene Leute geworden. Als der Schabak ihm bei seiner Freilassung 1997 eine Zusammenarbeit angeboten habe, habe er eine Chance gesehen, "das Töten zu stoppen" und den Tod unschuldiger Israelis und Palästinenser zu verhindern.

Der Geheimdienst stehe einem "schmutzigen und schwierigen Krieg" mit der Hamas gegenüber, erklärt der Palästinenser. "Ich bin nicht mit allem einverstanden, was er (der Schabak) tut, aber sein Job ist sehr wichtig". Details über die Arbeit beim Schabak gab er nicht bekannt. Er wolle keine Operationen behindern und der Hamas kein "Geschenk" machen. Seine Arbeit als Spion habe er im Jahr 2007 beendet. Seitdem lebt der Palästinenser in den USA.

In dieser Woche erschien im Verlag "SaltRiver" in den USA die Autobiographie Jussefs unter dem Titel "Son of Hamas ". Auf Deutsch erscheint das Buch unter dem Titel "Sohn der Hamas" am 25. März bei SCM Hänssler. (pro)

VON: js/dn | 04.03.2010

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