Steinmeier: "Kirche soll sich einmischen!"
Steinmeier plädiert für ein
Einmischen der Kirche in den politischen Diskurs. "Kirche ist
fest in der Gesellschaft verankert, nah bei den Menschen. Was sie
sagt, kann niemand leicht überhören. Und deshalb spricht sie auch
für diejenigen, die allein nicht gehört würden", schreibt
er. Einzigartig mache die Kirchen die christliche Botschaft, "eine
Kraft der Veränderung". Weiter erklärt er: "Sie macht
Menschen frei von unwürdigen Zwängen, sie stiftet Solidarität.
Ich halte nichts davon, Politik mit der Bibel in der Hand zu machen.
Aber mein Glaube gibt mir Zuversicht für mein Handeln. Durch ihn
weiß ich, dass ich nicht die ganze Welt retten muss und doch die
nötigen Schritte wagen kann, um meine Ideen zu verwirklichen."
Steinmeier ist auch Mitglied im Präsidium des Deutschen
Evangelischen Kirchentages.
Beckstein: Kirche hat
"Wächteramt"
Günther Beckstein,
CSU-Politiker, ehemaliger bayerischer Ministerpräsident und
Vizepräses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD),
findet, die Kirche habe ein "Wächteramt" in der
Gesellschaft. Dabei gehe es um das Engagement für den Frieden, die
Bewahrung der Schöpfung, bioethische Fragen oder den Einsatz für
eine humane und solidarische Gesellschaft, in der die Würde des
Menschen das oberste Gut ist. Es bedeute aber nicht automatisch, dass
sich die Kirche auch in die politische Debatte einmischen müsse.
"Ich kann es beim besten Willen nicht verstehen, wenn sich die
Kirche zu einer Steuerreform äußert. Oder wenn sie sich dezidiert
gegen die Kernenergie ausspricht", schreibt Beckstein. Der Staat
habe sich nicht der Kirche zu bemächtigen, sondern als Garant der
Freiheit der Religion und des Glaubens aufzutreten. Und umgekehrt
vergesse eine Kirche, die sich in den Bereich der weltlichen Macht
begebe, ihre geistlichen Anliegen.
Kirchen können Antworten auf Fragen
anbieten, die ein weltanschaulich neutraler Staat nicht geben kann,
findet David McAllister (CDU), Ministerpräsident des Landes
Niedersachsen. "Aus dem christlichen Glauben und Menschenbild
ergeben sich überzeugende Haltungen zu allen wesentlichen Fragen
unserer Zeit. Die Kirchen sind für mich ein wichtiger Ratgeber in
den Kernfragen des Zusammenlebens", schreibt er. Der
FDP-Politiker Stefan Birkner ist da zurückhaltender: Die Kirche sei
eben kein Lobby- oder Interessenverband. Wenn sie sich dennoch
eindeutig auf eine Seite stelle, wie etwa in der Umweltpolitik,
begebe sie sich mit Lobbyisten auf eine Stufe. "Ich bezweifele, dass die Zukunft der Kirche in der
Politik liegt", schreibt Birkner.
Göring-Eckardt:
Kirche muss sich einmischen
Katrin Göring-Eckardt
(Bündnis 90/Die Grünen), Vizepräsidentin des Deutschen
Bundestages und Präses der EKD-Synode, findet hingegen: "Die
Kirche darf sich nicht nur in Politik und Gesellschaft einmischen,
sie muss es auch unbedingt." Sie könne zu Fragen, die sie
angehen, nicht schweigen. "Ansonsten würde Kirche ihren
Anspruch aufgeben und anfangen, sich nur noch um sich selbst zu
drehen." Ein zentrales politisches Kirchenthema ist für
Göring-Eckardt die Bewahrung der Schöpfung.
Die
"Hanns-Lilje-Stiftung" wurde 1989 von der
Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers gegründet und nach
dem früheren Landesbischof Hanns Lilje (1899-1977) benannt. Ihr Ziel
ist es, den Dialog von Kirche und Theologie mit Wissenschaft,
Technik, Wirtschaft, Kunst und Politik zu fördern. (pro)
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Niels Dettenbach | 28.05.2012 14:14:05
...der Vollständigkeit halber: Christian Lindner (FDP Generalsekretär): "Das Christentum ist nicht die deutsche Staatsreligion": http://m.faz.net/aktuell/politik/inland/integrationsdebatte-das-christentum-ist-nicht-die-deutsche-staatsreligion-11052568.html M.E. wäre sehr wünschenswert, wenn die erstaunlich hohe Dichte ranghoher Positionen in kirchlichen wie kirchennahen Organisationen in den Regierungsparteien irgendwann mal Geschichte wäre - immerhin vermittelt diese schon den Eindruck gegenüber anders- oder nichtgläubigen Bürgern, das hohe staatliche Regierungsämter präferiert von Vertretern EINER Glaubensorganisation besetzt werden, die lange nicht mehr die ideologische wie religiöse Vielfalt der Deutschen abzubilden in der Lage ist. Man hat - angesichts der immer noch engen, privgilegierenden Verflechtungen von Staat und Kirche im Land, den Eindruck, das hier gegenseitiger Machterhalt fundiert bleibt, der weder demokratischen noch rechtsstaatlichen Prinzipien wie Ansprüchen einer modernen, "basispluralistischen" Gesellschaft gerecht werden kann.
solrex | 18.05.2012 19:07:37
Es ist heute eher so, dass sich die Politik in die Kirche einmischt. Ist doch speziell die Evangelische Kirche längst zum verlängerten und missbrauchten Arm von SPD und GRÜNEN geworden, im Klartext: Längst unterwandert! Eigentlich hat die Kirche nicht mehr viel zu gesellschaftlichen Problemen zu sagen. Da hat diese Kirche sich auf allen nur möglichen Feldern der linken Politik angepasst. Wer hört denn noch auf diese Kirche? Beckstein schreibt richtig: „Der Staat habe sich nicht der Kirche zu bemächtigen, sondern als Garant der Freiheit der Religion und des Glaubens aufzutreten. Und umgekehrt vergesse eine Kirche, die sich in den Bereich der weltlichen Macht begebe, ihre geistlichen Anliegen“. Diese geistlichen Anliegen hat diese Kirche seit langem aus den Augen verloren!
Ateop Silatrommi | 18.05.2012 13:56:20
Es ist wirklich traurig, dass es noch immer Menschen gibt, die noch nie die Magie, ja die Heiligkeit der Natur, erlebt haben... Selbst Martin Luther, dieser cholerische Natur- und Judenhasser, hat mitbekommen, dass die Natur beseelt und voller Geister ist, die er selbst als "Teufel" bezeichnete... aus diesem Grund hat er sich auch konsequent geweigert in Flüssen und Seen zu baden oder durch Wälder zu gehen. :D Jedes Wesen kann die Heiligkeit der Natur spüren... man müsste dazu nur einmal längere Zeit mit geöffneten Sinnen in der Wildnis verbringen... Es gibt so unheimlich viele Menschen, zu allen Zeiten, die von der Heiligkeit der Natur sprechen und sie wahrlich erlebt haben. Hier mal ein paar Beispiele: http://www.godewin.de/pages/landwirtschaft/als-ort-fuer-gesundung.php
Ateop Silatrommi | 18.05.2012 13:27:33
Aha... Einbildungen und Wirrnisse. :D Das könnte ich genauso vom Christentum behaupten, wenn ich wollte. Wir werden schon bald sehen, ob es alles nur "Einbildungen und Wirrnisse" sind, mein Lieber... xD Ich wollte zudem nur mal erwähnt haben, dass das Christentum nicht aus dem Nichts entstanden ist... noch hat es sich selbst erschaffen... ebenso ist es mit Judentum und Islam. Diese Religionen sind eine pervertierte Form spätbabylonischer (aus dem sogenannten babylonischen Exil) und spätägyptischer (Moses, ein altägyptischer ausgebildeter Priester mit ägyptischen Namen, der altägyptische magische Praktiken ausführt, die im Westcar Papyrus beschrieben werden und realistisch betrachtet mit höchstens 30 freie Personen das Land total legal verließ, ohne dass ihn jemand aufhielt) paganer Spiritualitäten vermischt mit der kanaanitischen Kultur und denen einiger Hirtenvölker der Wüste... Und die Bücher aus denen das stammt waren alles andere als billig (meist etwa 50 Euro pro Buch mindestens), denn es handelt sich dabei um wissenschaftliche Fachbücher der Geschichtswissenschaft und Archäologie. Ich studiere nämlich Archäologie. ;) Ich habe nie behauptet, dass Buddhismus durch und durch friedlich wäre, genauso wenig wie Hinduismus. Nichts ist durch und durch firedlich, weil jede Existenz in erster Linie dem eigenen Vorteil dient, wie es schon in den Veden steht. Jedoch sind sie einfach furchtbar ehrlich, tolerant, offen für andere Ansichten, haben es nicht nötig zu missionieren und zu bekehren, weil diese Spiritualität einfach nur unheimlich viele Vorteile, persönliches Fortkommen und Selbstentwicklung bietet, sowie auf ein Gleichgewicht mit ihrer Umwelt ausgerichtet ist (übrigens genauso wie freie pagane Spiritualität). Dies alles kann man vom Christentum nicht behaupten... Wer glaubt hier an LÜGEN?!^^ :D Ich halte deine Worte für groben Unsinn, vor allem, da du hier Null Belege bringst. :D Na wenn das so ist, dann ist es doch wirklich mal nötig die Kirche ganz dringend und ENDLICH vom Staat fern zu halten! Sollen sie doch in ihren eigenen Reihen weiter Verbrechen begehen und Selbstbetrug stiften, wenn ihnen das so sehr gefällt... bitte. :D
Ateop Silatrommi | 18.05.2012 13:26:04
An Templarii: Alle Vorkommentatoren, vor dir, haben bis jetzt einfach nur völlig Recht. Erscheint es dir nicht etwas komisch, dass du mit deiner Meinung ganz allein dastehst?! Ich frage mich hier ernthaft wer hier WIRKLICH GEZIELT DESINFORMIERT. Und da ist gerade die katholische Kirche (aber auch andere Kirchen) ganz oben dabei... Hast du überhaupt schon einmal die Bibel durchgelesen?! Darin wird ein totalitärer "Gottesstaat" proklamiert - eine Diktatur, bei der alle Menschenseelen nichts weiter als Sklaven sind, die ihr Leben lang zu leiden haben... und nicht zuvergessen auch nach dem Leben... um dann vielleicht irgendwann von diesem monotheistischen "Gott" verschlungen/assimiliert zu werden... eine willenlose Existenz zu fristen... es heißt wahrlich nicht umsonst "Ruhe in Gott". Der Islam, das Christentum und das Judentum nehmen sich überhaupt nichts, was ihre Grausamkeiten angeht. Du solltest eigentlich wissen, dass sie alle denselben einen abrahamitischen "Gott" anbeten, der ihnen allen die gleichen Gesetze gegeben hat... Der Islam hat sie nur im Gegensatz zum Christentum unveränderter und orginalgetreuer belassen. Aber da der derzeitige Papst die Kirche ohnehin entweltlichen will, wird sich das dem Islam sicherlich wieder sehr annähern.
Templarii | 16.05.2012 10:07:13
Was für ein Blödsinn die Vorkommentatoren vom Stapel lassen. Sie haben sich völlig von der gezielten Desinformation durch "Aufklärer" blenden lassen. Wolfgang W - wenn die Christliche Religion vor allem antidemokratisch ist, was ist dann der Islam? Die Lebende Hölle? Wer redet hier vom "Grosskapital"? Zu viel Marx gelesen? Ateop, das ist überhaupt kein Schwachsinn sondern SIE reden völligen Unsinn. Die ganzen privaten polytheistischen Spiritualitäten sind keine, es sind schlicht Einbildungen und Wirrnisse. Der Buddhismus ist weder friedlich noch etwas anderes als die Hingabe an das Nichts. Ihre Einbildung, das die "hohchkulturellen paganen religionen" irgendwas mehr als ein einfacher Kult war, speist sich aus schlechten Filmen und billigen Büchern. Nein, ein Baum ist kein Heiligtum. Ein Baum ist einfach nur ein Baum. Sie glauben Lügen. Sie glauben Lügen die zum Teil von Menschen erfunden worden sind, die Massenmörder waren - wie der KGB früher. Die Aufklärung wurde nicht gegen das Christentum durchgesetzt, die Aufklärung hat wirkliches Wissenschaftliches Denken zerstört und durch Heilslehren ersetzt. Der Staat wurde zum Kult, die Wissenschaft wurde zum Kult. Die Trennung von Kirche und Staat wurde in der Französischen Revolution blutig vernichtet. Der Staat wurde zur neuen Religion - und das führte direkt zum zweiten Weltkrieg und dem Sowjetkommunismus. Templarii - recognoscere.wordpress.com
Lothar Irrgang | 14.05.2012 12:54:05
Lobbyism at it's best.
Wolfgang W. | 14.05.2012 10:58:58
Steinmeier ist mit seiner dummen Aussage ein Verräter am Volk. Religionen - vor allem die christlichen - sind zutiefst antidemokratisch, dogmatisch und Menschenfeindlich. Sie sind ein Machtinstrument, die Politische Kaste Hampelmänner der selben Strippenzieher. Das der eine Arm des Großkapitals den anderen Lobhudelt, verwundert nicht! Da nimmt der Minister den Bischof in den Arm: halt du sie dumm, ich halt sie arm!
Ateop Silatrommi | 13.05.2012 21:06:49
Es ist einfach nur unfassbar, was hier für ein Schwachsinn vom Stapel gelassen wird... In was für einer Welt leben bitte diese Politiker?! In der gesellschaftlichen Realität sieht es jedenfalls so aus, dass die Kirche annähernd KEINE ROLLE spielt. Stattdessen gibt es große Teile der Bevölkerung, die private polytheistische Spiritualität betreiben. Natürlich werden die vielen spirituellen Konfessionslosen und Papierchristen offiziell gar nicht mitgezählt. Aber es gibt beispielsweise eine ansehnliche Menge offizieller Buddhisten in Deutschland. Weiterhin muss ich meinem Vorkommentator voll und ganz Recht geben!!! Die Geschichte des Christentums ist schon seit der Landnahme in Kanaan die weltweit größte und längste Verbrechensgeschichte, wie sie unglaublicher und grausamer nicht sein könnte... Nach einer systematischen Auslöschung der Wissenden und Gelehrten der alten heidnisch-naturverbundenen Welt und deren Werken war Europa entseelt und kulturell und geistig um Jahrtausende in der Entwicklung zurückgeworfen... Konsequent wurde alle Erinnerungen an die früheren hohen paganen Kulturen gelöscht und überlagert. Eine fremdartige natur- und lebensfeindliche "Lebens"art wurde den Menschen aufgezwungen, gegen die sie bis heute ankämpfen... Und alle Rechte und Werte, denen sich heute unrechtmäßig Christen rühmen, wurden hart gegen das Christentum erkämpft, nachdem sie nach und nach aus der heidnischen Antike hervorgekramt waren... oder will hier etwas gar behauptet werden die Demokratie wäre eine christliche Erfindung?! Mit welcher Unverschämtheit hier hemmungslos Lügengeschichten nacherzählt werden ist wahrhaft ein Wunder...
Elvenpath | 13.05.2012 15:35:42
Diese ganzen Sätze wie "die Kirche habe ein "Wächteramt" in der Gesellschaft" oder "Aus dem christlichen Glauben und Menschenbild ergeben sich überzeugende Haltungen zu allen wesentlichen Fragen unserer Zeit." sind große Lügengebilde, die gerne gepflegt werden. Unsere heute Welt, ihre Werte, wie Persönlichkeitsrechte, Religionsfreiheit, Humanismus, Gleichberechtigung, Toleranz sind alle GEGEN den massiven Widerstand der Kirchen durchgesetzt worden. Ich möchte nur mal als kleines Beispiel erwähnen, dass die katholische Kirche massiv geggen das Frauenwahlrecht anfang des 20. Jahrhunderts gekäpft hat. Der christliche Glaube ist, wie jeder Glaube, intolerant, rassistisch, selbstherrlich, arrogant, unterdrückend, bigott, kriegerisch, missionierend, die reine Doppelmoral. Die Verbrechen der Kirche in der Geschichte sind unzählig und grausam. Nach heute diskriminieren sie Minderheiten, und hetzen gegen Andersdenke. So eine Institution und so ein Glaube, sind als moralisch-ethische Distanz vollkommen ungeeignet. Und wenn die Kirche sich in den Staat einmischt, um ihre Machtposition auszubauen, gibt es hoffentlich Menshen, die dem entgegenstheen.