Internet
DVD über Internetnutzung und Cyber-Mobbing
Der DVD-Beitrag "On" zeigt eine Zusammenfassung der Jugendlichen über
ihre Internetnutzung. Der tägliche Gebrauch des Internets ist für alle
von ihnen Normalität. Die 14-jährige Nicole etwa berichtet, dass sie
sieben Stunden am Tag online ist. Meistens rufe sie noch vor Schulbeginn
ihre E-Mails ab. Nach der Schule starte sie sofort wieder den Computer,
durchforste die sozialen Netzwerke und kontrolliere ihre E-Mails,
während sie nebenher Musik über "Youtube" hört. Angst davor zu viele
Daten von sich preiszugeben haben die wenigsten Jugendlichen.
Wo die Gefahren der Internetnutzung liegen, thematisiert die neue DVD des "Medienprojektes Wuppertal".
Foto: Medienprojekt Wuppertal/pro
"Als ob die ganze Welt auf einem rumtrampelt"
Die zweite, 30-minütige Dokumentation "Streit im Netz" beschäftigt sich mit dem Thema Cyber-Mobbing. Der 14-jährige Heiko berichtet, wie er 18 Monate lang über das Internet von einer fremden Person mit Droh-Mails und Beleidigungen drangsaliert wurde. Erst dann habe er sich an die Polizei gewandt: "Ich hatte täglich 15 Mails und Gästebucheinträge mit Beleidigungen und Entgleisungen. Ich hatte richtig Angst vor dieser Person." In einer seiner Wutattacken über den Peiniger habe er sogar seinen eigenen Computer kaputt geschlagen.
Die 12-jährige Dandria erklärt, dass sich Personen in ihr Profil "gehackt" und dort Name und Bild durch obszöne Bilder und Nutzernamen ersetzt haben: "Man fühlt sich dabei, als ob die ganze Welt gegen einen ist und auf einem rumtrampelt." Aus Sicht der Jugendlichen werden Fälle von "Cyber-Mobbing" in der Schule zwar aufgearbeitet, aber die meisten machten sich darüber lustig.
Ergänzt werden die beiden Dokumentationen durch mehrere Interviews, die im 70-minütigen Bonusmaterial des Filmes zu sehen sind. Dort kommt etwa die Kölner Sozialpsychologin Catarina Katzer, die zu den führenden Forschern im Bereich Cyberpsychologie, Medienethik und Jugendforschung gehört, zu Wort: "Viele Jugendliche meinen, über das Handy und Internet Bescheid zu wissen, aber sie sind oft zu naiv." Das Schlimmste, was man Opfern von Cyber-Mobbing raten könne, sei es, nichts zu tun. Dadurch, dass einmal ins Internet gestellte Daten immer verfügbar seien, bekomme das Mobbing eine neue psychologische Qualität.
"Vieles wird über die Freundeszahl definiert"
Der Medienwissenschaftler Marcus Kleiner sieht eine große Gefahr darin, dass die Jugendlichen zu wenig medien- und sozialkompetent sind. Ein weiteres Problem sei, dass das Internet noch kein klar regulierter Rechtsraum sei. Aus Kleiners Sicht bauen die Schüler gegenseitig Druck auf, in welchen sozialen Netzwerken sie sich darstellen müssen. "Vieles wird über die Anzahl der Freunde und Gruppen dort definiert." Das Internet habe - wie jedes andere Medium - auch deswegen Suchtcharakter, weil es eine Zunahme an Möglichkeiten bedeute. "Das Internet ersetzt aber nie die wirklichen sozialen Kontakte, weil der Freund beim Chatten nur zur gesampelten Pixelmenge wird."
Die beiden Dokumentationen des Medienprojektes Wuppertal (75 Minuten plus 70 Minuten Bonusmaterial) kosten 30 Euro und sind als DVD oder Video erhältlich. Der Film ist freigegeben ab 12 Jahren. Die medienpädagogische Begleitung des Projekts hat Katharina Kops. (pro)
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Weiterführende Links zu dem Thema
- Weitere Informationen zum "Medienprojekt Wuppertal" finden Sie hier: [http://www.medienprojekt-wuppertal.de/]
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