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Gesellschaft

Salafistenschmiede muss schließen

Eine salafistische Islam-Schule in Braunschweig muss schließen. Kritiker bezeichnen die Einrichtung als "radikale Kaderschmiede". Der Verfassungsschutz beobachtet sie seit 2010.

Der salafistische Imam Muhamed Ciftci, alias Abu Anes, hat die Islam-Schule in Braunschweig 2007 gegründet. Er bot dort bisher ein Fernstudium via Internet. Die Lizenz zum Lehren fehlte allerdings. Als Lehrmaterialen dienten Audio- und Video-Predigten von Ciftci selbst.

Bereits im Herbst 2011 habe die Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) Ciftci aufgefordert eine Zulassung vorzulegen, berichtet die Tageszeitung "Die Welt". Der kürzlich gestellte Antrag wurde vergangene Woche allerdings abgelehnt, da der Prüfer der ZFU keine Voraussetzung für eine Lehrerlaubnis sah.

Auf Anfrage von pro beanstandete die ZFU pädagogische und inhaltliche Mängel des Studiengangs. Ciftcis sprachliche Fähigkeiten seien nicht ausreichend und auch seine didaktisch-pädagogischen Mittel ungenügend. Als schwerwiegendsten Grund für die Nichterteilung der Lehrerlaubnis nannte die ZFU auch die salafistische Lehre, die eindeutig gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung verstoße. Nun muss die Schule die Website innerhalb von 14 Tagen zu löschen. "Zur Zeit ist keine Anmeldung möglich", heißt es derzeit noch auf der Internetseite der Schule.

"Schule ist radikale Kaderschmiede"

"Die Welt" berichtet, dass diese Schule keine harmlose Lehranstalt sei. Vielmehr sei sie laut den Sicherheitsbehörden eine "radikale Kaderschmiede". Die "Deutsche Nachrichten Agentur" (dpa) bezeichnet sie als "Zentrum des Salafismus in Niedersachsen". Im Mai dieses Jahres fanden gewalttätige Salafisten-Proteste statt. Dabei hatten Islamisten Polizisten angegriffen. Fünf der Gewalttäter waren in Braunschweig eingeschrieben.

Offiziell lehnt Ciftci Gewalt ab und verlangt dies auch von seinen Studenten. Bei der Einschreibung müssten sie ein Bekenntnis ablegen, in welchem sie jegliche Gewalt gegen Muslime und Nicht-Muslime ablehnen, heißt es auf der Homepage.

Doch Ciftcis Predigten sprechen eine andere Sprache. "Viele denken, dass Juden am gefährlichsten sind. Das stimmt nicht. Die Christen sind gefährlicher als die Juden", zitiert die "Welt" aus Ciftcis Vorlesungen. Auch forderte er in einem Youtube-Video, dass Ehebrechern mit dem Schwert der Kopf abgeschlagen werden solle. Dasselbe Schicksal müsse einen Abtrünnigen vom Islam treffen.

Ciftci lehre den Islam in seiner orthodoxesten Form, die dem Grundgesetz aufs äußerte widerspreche. Die Schule stehe für "Theokratie, statt Demokratie, Diskriminierung von Frauen und Andersgläubigen, Tötung von Glaubensabtrünnigen", berichtet Hans-Werner Warger, Niedersachsens Verfassungsschutzpräsident gegenüber der Welt. Bereits seit Frühjahr 2010 überwacht der Verfassungsschutz die Schule und seinen Leiter. (pro)


VON: sas | 19.07.2012

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Kommentare [2] >>>

  • Karl-Heinz Schulz | 21.07.2012 18:54:46

    Sofort ausweisen und vorher über die Behörden noch Geld für das Verfahren kassieren,damit der deutsche Staat nicht noch dort zuzahlt.Ich jedenfalls würde ihm kene Träne nachweinen.

  • Chuck | 19.07.2012 15:42:01

    Was ich nicht verstehe und nirgends Hintergrundinformationen dazu finde: warum ist diese Onlineschule genehmigungspflichtig? Weil Ciftci dafür Geld verlangt hat? Irgendwelche beruflich oder sonstwie relevante Abschlüsse konnte man dort doch garnicht machen? Von evtl. Gebühren mal abgesehen, wo erfüllte diese Onlineschule die Bedingungen, die diese Genehmigungspflichtig machte? Mag uns die Pro-Redaktion darüber aufklären? Denn es gilt zu bedenken, dass es zig christliche Online-Glaubenskurse im Net gibt. Müssen die Betreiber dieser jetzt alle eine Lehrgenehmigung beantragen?

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