SUCHE 
NachrichtenFernsehenRadioInternetPolitikWirtschaftGesellschaftPädagogikJournalismusBücherFilmMusikKommentarVideos
 
Gesellschaft

Mehr Kirche in die Öffentlichkeit!

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, hat an Katholiken appelliert, mit ihrer Glaubensüberzeugung in Öffentlichkeit und Politik deutlicher Flagge zu zeigen. Der "politische Katholizismus" müsse durch Engagement wieder gestärkt werden, sagte Glück am Freitag auf der Herbstvollversammlung des Laiengremiums in Bonn.

Menschen aus dem kirchlichen Raum sollten sich auch im öffentlichen Leben engagieren "und sich in der Politik entsprechend exponieren", sagte Glück. Er beklagte einen abnehmenden Einfluss der Kirchen in der Politik. Es sei auch bereits jetzt absehbar, dass es nach der Wahl im kommenden Jahr im Bundestag deutlich weniger Abgeordnete aus dem kirchlichen Umfeld geben werde. Auch das ZdK sei auf "politische Repräsentanten" in den eigenen Reihen angewiesen, die "unsere Anliegen in den politischen Prozess übersetzen" könnten. Prominente aktuelle ZdK-Mitglieder sind etwa Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne).

In den katholischen Pfarrgemeinden müssten Laien angesichts fehlender Priester mehr einbezogen werden, forderte Glück. Kirche dürfe nicht nur dort sein, "wo der Pfarrer ist". Er sehe mit großer Sorge, dass die Pfarrseelsorge zu einer "Mangelverwaltung" werde. Ohne eine neue Qualität der Zusammenarbeit von Priestern und Laien werde es keine lebendigen Kirchengemeinden geben.

Das Zentralkomitee ist mit rund 230 Mitgliedern das oberste Gremium der Laien in der katholischen Kirche. Die Vollversammlung tagt jährlich im Frühjahr und Herbst.

Josef Winkler: Kein katholisches U-Boot im Bundestag

Auch der Bundestagsabgeordnete Josef Winkler von den Grünen ist der Überzeugung, dass sich kirchliche Verbände in der Politik stärker zu Wort melden sollten. Der gläubige Katholik sagte in einem Interview mit "Deutschlandradio Kultur" am heutigen Freitagmorgen: "Wir haben immer weniger Chefs von kirchlichen Organisationen und Verbänden im Bundestag sitzen, und es sieht nicht danach aus, als ob sich daran im Positiven etwas ändern würde."

Der Grünen-Politiker hält es für richtig, "dass die Kirchen nicht mehr wie in früheren Jahrzehnten klare Wahlempfehlungen geben, sich an eine Partei ketten und im Umkehrschluss die anderen ablehnen". Es gebe in jeder demokratischen Partei inzwischen engagierte Katholiken oder Protestanten, so Winkler. "Es sind vielleicht nicht genügend", aber auch er selbst sei kein "katholisches U-Boot im Bundestag", sondern in erster Linie gewählter Volksvertreter. "Ich bin für alle Bürger da, egal, welchen Glauben die haben oder ob sie überhaupt einen haben." Dennoch plädiert er dafür, dass sich kirchliche Verbände Gehör verschaffen sollten, auch in den Medien. (pro)

VON: js | 23.11.2012

E-Mail
Name
Name
E-Mail
Kommentar
Kommentar
 

Kommentare [0] >>>

Musik

"Songtalent"-Gewinner im Interview

Christian Schellenberg hat auf dem Kirchentag in Hamburg den christlichen Musikwettbewerb "Songtalent 2013" gewonnen. Der 28-Jährige setzte sich gegen rund 250 Bewerber durch. Im Interview mit pro erzählt er, dass er ursprünglich gar nicht an dem Contest teilnehmen wollte. mehr ...

Nachrichten

Kirchentag in 3 Minuten

Mehr als 150.000 Gläubige waren vom 1. bis 5. Mai in Hamburg, um den Kirchentag mitzuerleben. Promis aus Politik, Kultur und Wirtschaft haben über aktuelle Gesellschaftsthemen diskutiert und Bibelstellen ausgelegt. pro war dabei und hat Impressionen und Stimmungen für Sie festgehalten. Erleben Sie den Kirchentag noch einmal mit, kompakt in drei Minuten. mehr ...

Internet

Top 10: Diese Politiker haben die meisten Follower

Welche Politiker sind die Stars im Netz? Dieser Frage ist das Meinungsforschungsinstitut Forsa nachgegangen. Demnach hat Angela Merkel derzeit die meisten Follower in Sozialen Netzwerken. Herausforderer Peer Steinbrück liegt auf Platz drei. mehr ...



PRO Medienmagazin PRO Kompakt PRO WerteBibliothek

© 2005–2013 | Das Christliche Medienmagazin pro ist ein Arbeitsbereich des Christlichen Medienverbunde KEP e.V. | www.kep.de